Montag, 22. Juli 2002

Ein Hauch von Riviera - mitten in Paris!

  • Mit der Metro an den Strand - Autos werden verbannt
  • PLUS: Die schönsten "Strandfotos" zum Durchklicken!

"C´est formidable..." schwärmen die Pariser. Sie liebten ihren neuen Sandstrand entlang der Seine! Sonne genossen - freie Sicht auf den Eiffelturm und Notre-Dame inklusive! Einen Monat lang sah es hier aus wie an der Riviera. Tonnenweise wurde feinster Sand herangekarrt, Liegestühle aufgestellt, meterhohe Palmen in Containern herangeschleppt, die jetzt im Wind rauschen. Der Verkehr wurde für vier Wochen umgeleitet. Das Projekt war im übrigen ein großer Erfolg: Am Eröffnungstag sonnten sich 500.000 urlaubsreife Bummler an den Gestaden der Seine.

Sand statt Asphalt, Palmen statt Blechlawinen: Seit dem 21. Juli hatte die Schnellstraße am rechten Pariser Seine-Ufer einen Monat lang ein neues Gesicht. Für alle Touristen und Daheimgebliebenen gab es mitten in der Stadt vier Wochen lang einen Sommerstrand. Der Blick auf Eiffelturm und Notre-Dame inklusive! 1,5 Millionen Euro lässt sich die Stadtregierung die Aktion kosten, ein spektakuläres Symbol der neuen Verkehrspolitik des rot-grünen Magistrats.

Viele Attraktionen locken
Erklärtes Ziel ist es, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Seine-Ufer den Parisern zurückzugeben. Vier Sand- und Grasstrände locken die Besucher, die in 300 Liegestühlen ruhen können. 80 Palmen und 150 große blaue Sonnenschirme sollen Schatten spenden. Vier schwimmende Strandcafes bringen "einen Hauch von französischer Riviera" an die Seine, begeistert sich das Boulevardblatt "Le Parisien".

Große Zustimmung
500.000 Besucher strömten am Eröffnungstag an "ihren Stadtstrand". Überrascht zeigte sich selbst Stranddesigner Jean-Christophe Choblet. Er befürchtete, dass die Aktion angesichts des großen Zuspruchs am eigenen Erfolg ersticken könnte: "Es würde insgesamt mehr Spaß bringen, wenn nur halb so viel Menschen kämen."

Am Pont Neuf kann man einen Golfschnupperkurs absolvieren und lernen, Seemannsknoten zu knüpfen. Die Stadt sorgt für Kinderbetreuung, Straßenkünstler und Musiker für einen bunten Rahmen. Kleiner Schönheitsfehler: Gebadet werden kann in der Seine nicht - das Wasser ist viel zu dreckig.

22.7.2002 15:24