Montag, 22. Juli 2002

Österreich nach wie vor Hochpreisland bei Neuwagen

  • Nur in Grossbritannien und Deutschland sind neue Autos teurer
  • Kfz-Preisunterschiede mitunter bei 6.000 Euro

Österreich ist nach wie vor ein Hochpreisland bei neuen Autos. Deutschland und Österreich weisen bei Neuwägen die höchsten Preise in der Eurozone auf. Innerhalb der EU sind Neuwägen in Großbritannien am teuersten und in Spanien, Griechenland, Finnland und Dänemark am billigsten. Dies geht aus einer aktuellen Studie (Stand Mai 2002) der EU-Kommission hervor.

Zwischen den EU-Ländern bestehen noch immer große Unterschiede bei Preisen für Neue Autos, heißt es in einer Pressemitteilung der EU-Kommission. Die Untersuchung der Autopreise in der EU zeige, dass das Funktionieren der Binnenmarktes im Autobereich gestärkt werden müsse, merkte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti an. Die EU-Kommission hat erst vergangene Woche eine neue Verordnung für die Neuregelung des EU-Autovertriebs beschlossen, die mit 1. Oktober 2002 in Kraft tritt.

Auch die Euro-Bargeldeinführung habe nicht zu einer größeren Preiskonvergenz beigetragen, heißt es in der Studie, die die 81 meistverkauften Automodelle von 26 Herstellern unter die Lupe genommen hat. Die EU-Kommission untersucht die Preise für Neuwagen zwei Mal im Jahr. In der aktuellen Studie weichen die Ergebnisse kaum von der Studie davor ab.

In Deutschland sind 41 der untersuchten 81 Automodelle laut EU-Studie am teuersten in der Eurozone. Weitere 36 Modelle sind in Deutschland um 20 bis 42 Prozent teurer als in mindestens einem weiteren EU-Markt. In Österreich sind 23 Automodelle um mehr als 20 Prozent teurer als im mindestens einem weiteren EU-Markt. Außerhalb der Eurozone ist Großbritannien das teuerste Neuwagen-Land. Hier sind mehr als die Hälfte der untersuchten 81 Modelle am teuersten.

Mittelklasse-Wagen in einigen Ländern um 4.600 € billiger
Der Preisunterschied beim Kauf eines Mittelklassewagens kann in einigen Fällen in absoluten Zahlen bis zu 4.600 Euro in der Eurozone und bis zu 6.000 Euro in der EU ausmachen, betonte die EU-Kommission, die sich auf die Listenpreise der Hersteller ohne Mehrwert- oder andere landesabhängige Verkaufssteuern bezieht.

Die Niedrigpreise in Finnland, Dänemark und Griechenland seien auf die dortige Preispolitik zurückzuführen, die Grundpreise in diesen Hochsteuerländern entsprechend niedrig zu halten. Große Preisunterschiede gibt es laut EU-Kommission in der Eurozone bei General Motors (Opel-Vauxhall, Saab), der Fiat-Gruppe (Fiat, Lancia, Alfa Romeo), Honda und Suzuki. Andererseits würden verschiedene deutsche Autohersteller wie BMW und DaimlerChrysler sowie Ford (Ford, Volvo, Land Rover) die Preisunterschiede in der Eurozone auf maximal 15 Prozent beschränken.

22.7.2002 14:07