Mehr als 20 Interessenten - aber nur einer will alles
- Masseverwalter will Gebote einzeln verhandeln
- Liquidierungsprofi Gordon Brothers nur letzter Ausweg
Mehr als 20 Angebote für die in Konkurs befindliche Handelskette Libro sind bis zur gestrigen Gläubigerausschusssitzung bei Masseverwalter Günther Viehböck eingetroffen. Allerdings gebe es nur einen Interessenten, der sich für Libro und Amadeus interessiere, war aus dem Libro-Umfeld zu erfahren. Alle anderen Offerte bezogen sich auf einzelne Teile der verbleibenden 216 Libro- und 22 Amadeus-Filialen.
Bei der gestrigen Sitzung, die bis 21.00 Uhr dauerte, wurden die Kaufangebote erörtert, ohne Namen und Höhe der Offerte zu nennen.
Wie Masseverwalter Günther Viehböck mitteilte, liegen "verschiedene ernst zunehmende Kaufangebote für den Erwerb des gesamten Unternehmens, für den Betrieb von Amadeus und für den Betrieb von Libro vor. Die Angebote seien unterschiedlich strukturiert. Um das Bestangebot auszumachen, seien intensive Gespräche und Verhandlungen mit den Bietern vorgesehen. Diesen werde auch die Möglichkeit eingeräumt, ihr Angebot nachzubessern. Konkrete Informationen über Bieter und deren Angebote seien nicht vorgesehen, so Viehböck. Das Ziel, das Unternehmen Libro und Amadeus lebend zu verkaufen, sei jedenfalls realistisch.
Liquidierung als letzter Ausweg
Damit weist Viehböck Medienmeldungen zurück, wonach die komplette Schließung der Handelskette immer wahrscheinlicher werde, da das 20-Mill.-Euro-Gebot des US-Liquididationprofis Gordon Brothers über den vorliegenden Libro-Offerten liege. Diese Pressemeldungen seien offensichtlich "mit bestimmten Absichten lanciert" worden, so Viehböck. Tatsache ist aber, dass die Amerikaner bereits einen Vertrag über die Verwertung der 30 vor der Schließung stehenden Filialen abgeschlossen haben. Das US-Angebot für die ganze Handelskette, so ein Insider, wäre nur der letzte Ausweg.
Für Libro und Amadeus geboten haben dürfte, der oberösterreichischen Papier- und Bürowarengroßhändler Stahrlinger, der schon beim Libro-Ausgleich dabei war, aber am Veto der Gläubigerbanken scheiterte. Dieses Mal dürfte er in einem Bankenkonsortium auftreten. Unter den weiteren Interessenten wurden in den vergangenen Wochen neben der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, die via Medien einen Rückzug angekündigt hat, der Papiergroßhändler und Libro-Lieferant Walter Babel, der Industrielle Josef Taus, der Chef der Wiso-Verlagsgruppe Wilhelm Sotas, aber auch eine Bietergruppe um Libro-Manager Gerhard Maierhofer.
Präsidentenwahl in Serbien09:39
Traum von GroßserbienNeuer Präsident Nikolic kann sich nicht von nationalistischen Ideen lösen

