Grazer Firma entwickelt "aktive Motorhaube"
- Sicherheits-System zum Schutz von Fußgängern
- Schwere Unfallverletzungen sollen abgemildert werden
Im Straßenverkehr ist der Fußgänger der schwächste Teilnehmer. Während in die Entwicklung immer sicherer Autos große Summen investiert werden, bleibt der Fußgänger in dieser Planung weitgehend "auf der Strecke". Dies soll sich nun ändern. Eine Grazer Firma entwickelte jetzt eine so genannte "aktive Motorhaube", die, sollte ein Mensch bei einem Unfall aufprallen, nach oben hebt und damit die Aufschlagwucht verringert.
So funktioniert das neue System: Eine moderne Sensorik löst im Fall eines Aufpralls einen Mechanismus aus, der die Motorhaube schlagartig einige Zentimeter anhebt. "Wenn der Kopf aufschlägt, drückt er zwar die Haube ein, trifft aber durch den vergrößerten Abstand nicht mehr auf die harten Motorteile unterhalb", erklärte Christoph Wilfling von der Firma Concept Technologie gegenüber der APA.
Sicher, wirkungsvoll und kostengünstig
Vorteil dieser Variante sei, dass sie wirkungsvoll und kostengünstig zugleich sei. "Es ist ein rein mechanischer Vorgang und deshalb auch reversibel. Nach einem Unfall oder bei einer Fehlauslösung kann die Haube leicht wieder in den ursprünglichen Zustand gedrückt werden und man kann wieder weiterfahren."
Untersuchungen zeigten, dass es bei solchen Unfällen entscheidend ist, wo der Fußgänger mit dem Kopf auf die Motorhaube aufschlägt. Je weicher, desto geringer die Verletzungen, so Martin Winkelbauer vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Kopfverletzungen durch harte Motorteile
Der Grund für die oft schweren Kopfverletzungen liege auf der Hand: Durch die Vorgaben der Autoplaner bleibt nur wenig Platz im Motorraum, knapp unter der Motorhaube befinden sich schon harte Teile, so der Fahrzeugtechnikexperte. "Wenn der Kopf dann dort aufschlägt, drückt er durch die Wucht des Aufpralls die weiche Motorhaube ein und schlägt auf die harten Teile auf", beschreibt Winkelbauer das Problem. Bis zur Umsetzung solcher Sicherheitssysteme wird es aber noch etwas dauern.
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