Industrie ortet Aufschwung mit Fragezeichen
- Fritz fordert Lohnnebenkostensenkung ein

Einen "Aufschwung mit Fragezeichen" ortet die Industriellenvereinigung (IV) in ihrer jüngsten Konjunkturumfrage aus dem zweiten Quartal 2002. Die Umfrage bei 503 Firmen mit insgesamt 229.552 Beschäftigten deute zwar auf eine "weitere leichte Verbesserung" der Konjunktur gegenüber dem Vorquartal hin. Die kurzfristigen Zukunftserwartungen für das kommende halbe Jahr hätten sich allerdings verschlechtert, betonte , Erhardt Fürst von der Industriellenvereinigung.
IV-Generalsekretär Lorenz Fritz verwies auf die Unsicherheiten in den USA und den "kranken Mann in der EU", Deutschland. Wenn der große Aufschwung vor der Tür wäre, würden die Umfrageergebnisse anders ausschauen. In Österreich herrsche Verunsicherung, ob die Regierung ihre Entlastungsversprechen einhalten werde. Fritz fordert in diesem Zusammenhang als wichtigste Maßnahme massiv die Lohnnebenkostensenkung ein.
Während die erwarteten Entlastungen derzeit in Frage gestellt werden, zeichnen sich für viele Industriebetriebe zusätzliche Belastungen (Maut, Ökostromgesetz) ab, betont Fritz. Dies erkläre die von den Unternehmen für Jahresende erwartete Verschlechterung der Ertragssituation.
Das IV-Konjunkturbaromenter, das als Mittelwert aus dem Saldo der Antworten "gegenwärtige Geschäftslage" und "Geschäftslage in 6 Monaten" errechnet wird, hat sich im Berichtszeitraum mit 11,8 nach 11,4 kaum verändert. Bei der Beurteilung des derzeitigen Auftragsstandes ist der Saldo geringfügig von 0 auf 3 gestiegen, liegt aber weit unter dem Vorjahreswert von 18 oder dem Spitzenwert von 46 im Jahr 2000. Die Auslastung der Kapazitäten dürfte im zweiten Quartal gestiegen sein; nur 13 Prozent der Befragten klagen über einen Rückgang.
Präsidentenwahl in Serbien09:39
Traum von GroßserbienNeuer Präsident Nikolic kann sich nicht von nationalistischen Ideen lösen

