Ferrero und Haupt fordern Absetzbarkeit von Spenden
- "Bei Steuerreform 2003 berücksichtigt"

"Muss man denn erst sterben, bevor soziales Engagement belohnt wird?", fragte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) anlässlich der Präsentation einer neuen Studie des IHS (Institut für Höhere Studien) am Donnerstag in Wien. Derzeit seien nämlich soziale Zuwendungen im Todesfall mit Steuervorteilen bedacht, Spenden jedoch nicht. Gemeinsam mit Sozialminister Herbert Haupt (F) und "Licht-ins-Dunkel"-Initiator Kurt Bergmann sprach sich die Außenministerin für eine steuerliche Absatzbarkeit von Spenden im Bereich Soziales und Entwicklungshilfe aus.
Die IHS-Studie hatte ergeben, dass die in Österreich geltenden Regelungen im internationalen Vergleich "überdurchschnittlich rigide" sind. Österreich und Finnland seien die einzigen EU-Staaten, in denen man Spenden für Soziales und Entwicklungszusammenarbeit nicht absetzen könne.
Da nur ein Drittel der Spenden tatsächlich abgesetzt werde, erwartet das IHS im Falle einer Absetzbarkeit von Spenden jährliche Steuerausfälle von etwa 16 Millionen Euro bei der Entwicklungszusammenarbeit und rund 33 Millionen Euro im Bereich Soziales
Sozialminister Haupt kritisierte, es sei nicht einzusehen, dass es in Österreich "Privilegien" für Sport und Wissenschaft gebe, nicht aber für Soziales. Derzeit könne man "hunderte Pokale im Sportbereich" steuerlich absetzen, Spenden für Behinderte aber nicht.
Ferrero-Waldner betonte, eine Steuerreform müsse mehr Steuergerechtigkeit bringen und daher jene entlasten, die sich für die "ärmsten Menschen in Entwicklungsländern" einsetzten. Das gemeinsame Anliegen hinsichtlich der steuerlichen Absetzbarkeit solle in der Steuerreform 2003 auf jeden Fall berücksichtigt werden, wünschten sich beide Minister.
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