Donnerstag, 25. Juli 2002

Premiere sieht drohende Insolvenz abgewendet

  • Für 2004 "nachhaltig schwarze Zahlen angepeilt"

Der deutsche Pay-TV-Sender Premiere hat nach Ansicht von Geschäftsführer Georg Kofler die drohende Insolvenz abgewendet. Die weitere Finanzierung sei bis Herbst gesichert, sagte Kofler am Donnerstag. "Wir sind zuversichtlich, dass wir bis dahin eine neue Gesellschaftskonstellation für Premiere gefunden haben, die auch den weiteren Finanzbedarf bis zum operativen Break-Even tragen wird", sagte er weiter. Bei 3,5 Mill. Abonnenten könne das neue Premiere ein positives Ebitda zwischen 150 Mill. bis 200 Mill. Euro erreicht werden. Nachhaltig schwarze Zahlen werde Premiere vom 1. Quartal 2004 an schreiben.

Premiere hat im ersten Halbjahr 2002 seine Verluste um fast 40 Prozent verringert und damit die eigenen Planungen übertroffen. Der Nettoverlust habe in den ersten sechs Monaten ohne einmalige Sanierungseffekte bei 302 Mill. Euro nach 487 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum gelegen, teilte Premiere am Donnerstag mit. Die eigenen Planzahlen hätten noch ein Minus von 427 Mill. Euro vorgesehen. Durch nachhaltige Kostensenkungen solle der operative Verlust (Ebitda) im zweiten Halbjahr bei unter 120 (H1: 264) Mill. Euro liegen, stellte Premiere in Aussicht.

Operative Gewinne will Premiere weiter ab dem ersten Quartal 2004 schreiben. Dazu seien im Jahresdurchschnitt 2,9 Mill. Abonnenten nötig. Derzeit habe Premiere 2,4 Mill. Kunden, wolle diese Zahl bis Ende des Jahres aber noch auf mehr als 2,5 Mill. steigern. Nach der Ausnutzung der bereits gewährten Kreditlinien von 100 Mill. Euro liege der Finanzbedarf bis zum Erreichen der operativen Gewinnschwelle bei unter 250 Mill. Euro.

Premiere kämpft seit der Insolvenz seiner Muttergesellschaft KirchPayTV ums Überleben und sucht nach Investoren.

25.7.2002 12:03