Donnerstag, 25. Juli 2002

Börsenaufsicht prüft AOL Time Warner

  • Gewinn von AOL Time Warner stagniert

Die Börsenaufsicht ermittelt gegen den weltgrößte Medienkonzern AOL Time Warner: Der Vorstandsvorsitzende des US-Konzerns, Richard Parsons, hat dies bestätigt. Die Kontrollbehörde überprüfe die Konten des Internetdienstes AOL Online, sagte Parsons. Die "Washington Post" berichtete Ende Juli, AOL habe zwischen 2000 und 2002 die Umsätze im Anzeigengeschäft durch Bilanztricks um mindestens 270 Millionen Dollar (268 Millionen Euro) aufgebläht. AOL wies die Vorwürfe zurück, kündigte aber eine Umstrukturierung an, um das Vertrauen der Investoren wieder herzustellen.

Der weltgrößte Medienkonzern AOL Time Warner hat im zweiten Quartal 2002 im Zuge eines unverändert schwachen Online-Geschäfts einen gegenüber dem Vorjahr stagnierenden Gewinn vor Sonderposten ausgewiesen. Das Unternehmen schrieb jedoch erstmals seit Abschluss der Fusion von AOL und Time Warner vor rund 18 Monaten auch netto wieder schwarze Zahlen. Konzernchef Richard Parsons gab zudem bekannt, dass die US-Börsenaufsicht (SEC) die Bilanzpraxis des Unternehmens zu prüfen.

Parsons beteuerte allerdings, bei AOL Time Warner gebe es keine Unregelmäßigkeiten. Die "Washington Post" hatte berichtet, AOL habe zwischen 2000 und 2002 die Umsätze im Anzeigengeschäft durch Bilanztricks um mindestens 270 Millionen Dollar (272 Mill. Euro) "aufgeblasen".

Im abgelaufenen Quartal florierte AOL Time Warner zufolge besonders das Filmgeschäft und auch die Fernsehkabelnetz-Sparte. Vor allem der Kino-Hit "Harry Potter und der Stein der Weisen" trug zum Erfolg der Filmsparte bei.

25.7.2002 08:19