Mittwoch, 24. Juli 2002

Euro-Banknoten halten Sicherheitsversprechen

  • Österreich: Bisher 1.100 Blüten entdeckt

18.500 gefälschte Euro-Banknoten sind bisher in der EU aufgetaucht. In Österreich waren es knapp 1.100. Die Fälscherbanden kommen aus Litauen und Osteuropa. Zumeist handelt es sich bei den Blüten um Farbkopien. Frankreich ist nach wie vor Spitzenreiter bei Euro-Fälschungen. Praktisch nur noch Euro- und Dollar-Falschgeld ist im Umlauf. Der Einzelhandel ist der bevorzugte Umschlagplatz.

Die Einführung des Euro als Barzahlungsmittel hat auch einen Wandel an der "Blüten"-Front gebracht. Im ersten halben Jahr wurden in Österreich praktisch nur noch imitierte Euro- und Dollar-Banknoten sichergestellt. Hauptziele der Täter sind Dienstleister wie Taxis und Einzelhandelsgeschäfte - vor allem solche, in denen Bargeld rasch umgeschlagen wird: Trafiken, Bäckereien und stark frequentierte Supermärkte, sagt Mag. Erich Zwettler von der Interpol in Wien.

Wenige Blüten in Österreich
Die Nationalbank hat von Jänner bis einschließlich Juni 525 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen, davon 203 Fünfziger und 150 Hunderter. Die Exekutive hat in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 569 "Blüten" sichergestellt. Derzeit werden die Ermittler vor allem von litauischen Tätergruppen auf Trab gehalten. "Sie sind seit mehr als einem Jahr massiv unterwegs", sagte Zwettler. Daneben registrierte man im Innenministerium unter anderem Armenier, Bulgaren und Tschechen als Täter.

Im gesamten Euro-Raum sind seit der Währungsumstellung 18.500 Blüten aufgetaucht. 11 000 davon in Frankreich. Erst kürzlich wurde dort eine große Fälscherwerkstätte ausgehoben. Ein Jahr davor waren es europaweit noch 286 000 falsche Banknoten. Die Fälscher im großen Stil lassen sich von den vielen Sicherheitsmerkmalen der Euro-Banknoten offensichtlich abschrecken.

Fast nur Farbkopien
Bis dato sind bei Euro-Blüten ausschließlich Kopierfälschungen sichergestellt worden. Druckfälschungen sind viel aufwendiger zu produzieren, sind aber von Originalen kaum noch zu unterscheiden. Bei dem Falschgeld handelt es sich überwiegend um 50-Euro-Noten, auch 100-er sind aufgetaucht. Den imitierten Banknoten bescheinigt der Fachmann gute Qualität. In einzelnen Fällen ließen sich nämlich sogar Bankangestellte täuschen.

24.7.2002 10:47