Handel klagt über Umsatzeinbrüche
- Unsicherheit beim Euro-Umrechnen hemmt
Der österreichische Handel klagt über Umsatzeinbrüche. "Obwohl der Euro kein Teuro war und trotz leicht positiver gesamtwirtschaftlicher Entwicklung befinden sich die Umsatzergebnisse im heimischen Handel in den ersten sechs Monaten im roten Bereich," behauptet Erich Lemler von der Wirtschaftskammer Österreich. Den Grund für die geringen Kauflust suchen Händler bei den Konsumenten: Sie wären unsicher im Umgang mit dem Euro.
Ein nomineller Rückgang von -1,2 % und eine reale Verschlechterung von -2,9 % der Einzelhandelsumsätze sind die Folge einer geringen Kauflust der Konsumenten", zeichnet der Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, Erich Lemler, ein derzeit düsteres "Satellitenbild" für die Handelsunternehmen.
An einem Erklärungsansatz dafür versucht sich Peter Voithofer vom Institut für Gewerbe- und Handelsforschung (IFGH): "Die Konsumenten sind sehr zurückhaltend durch die noch immer vorhandene Unsicherheit im Umgang mit dem Euro. Obwohl die Umsätze im Einzelhandel rückläufig sind, glauben die Konsumenten subjektiv mehr Geld ausgegeben zu haben."
Plus gab es fast nur bei Lederwaren
Nur wenige Branchen konnten im ersten Halbjahr das Umsatzergebnis des Vorjahres übertreffen, analysiert Voithofer die Detailentwicklungen. "Vor allem der Lederwarenhandel kann mit einem Plus von 3 % (real 1,1 %) eine deutlich positive Entwicklung vorweisen. Hier führte aber vor allem der 'Euro-Geldbörsen-Effekt' im Jänner zu +22,8 % und im Februar zu +9,9 % Umsatzplus." Auch im Schuhhandel (+1,3 %), im Spielwarenhandel (+1,2 %) und im Papier- und Buchhandel (+0,2 %) kam es zu nominellen Umsatzsteigerungen.
In allen anderen Branchen wurden Umsatzrückgänge verzeichnet. Am drastischsten fielen diese im Sportartikelhandel mit -4,8 %, im Uhren- und Schmuckhandel (-3,2 %), im Handel mit Heimwerkerbedarf (-2,1 %), bei Drogerien (-2%) und im Radio- und Elektrohandel (-1,9 %) aus.
Präsidentenwahl in Serbien09:39
Traum von GroßserbienNeuer Präsident Nikolic kann sich nicht von nationalistischen Ideen lösen

