Seit Anfang 2002: 15.000 neue Firmen in Österreich
- 40 Prozent der Unternehmen gründeten Frauen
- Die neuen Betriebe bringen dem Staat 1 Mrd. Euro mehr

Im ersten Halbjahr 2002 wurden in Österreich nach vorläufigen Zahlen der Wirtschaftskammer (WKÖ) 14.941 neue Unternehmen gegründet. Das sind um 8 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2001. Für die öffentliche Hand würden sich damit zusätzliche Einnahmen von mehr als einer Milliarde Euro ergeben, sagte WKÖ-Präsident Christoph Leitl (Bild) am Montag vor Journalisten.
Der Anteil von nicht im Firmenbuch registrierten Einzelunternehmen ist seit 1995 von 68 auf 79 Prozent stark gestiegen und machte im ersten Halbjahr 11.825 aus. Der Rechtsform nach folgt am zweiten Platz die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) mit 1.710 Neugründungen, ihr Anteil ging seit 1995 von 22 auf 13 Prozent zurück. Es folgen die Kapitalerwerbsgesellschaften (KEG) und GesmbH & Co KEG mit 725 und die Offenen Erwerbsgesellschaften (OEG) mit 464 Neugründungen. Die restlichen Neugründungen entfielen auf Kommanditgesellschaften (KG), GesmbH & Co KG, Vereine, Aktiengesellschaften (AG), protokollierte Einzelfirmen, Offene Handelsgesellschaften (OHG) und sonstige Rechtsformen.
Die schwierigen Rahmenbedingungen hätten bisher jedenfalls nicht die erwarteten schlechten Auswirkungen auf die Gründungszahlen gehabt, sagte der Wirtschaftskammerpräsident. Besonders in den vergangenen beiden Jahren sei die Anteilsverschiebung in Richtung Einzelunternehmen besonders stark ausgefallen. Die meisten Einzelpersonen, die etwa wegen ihres Jobverlusts gezwungen waren, eine eigene Firma zu gründen, würden diesen Entschluss nachträglich positiv beurteilen, meinte Leitl.
Bereits 40 Prozent der Firmen wurden laut Leitl heuer von Frauen gegründet. Damit liege Österreich europaweit an führender Stelle. Gleichzeitig sei das durchschnittliche Alter der Neugründer seit Mitte der 90er Jahre von 40 auf Anfang 30 gesunken.
Die meisten Firmen wurden mit 3.383 in Wien gegründet, gefolgt von Niederösterreich mit 3.006 und der Steiermark mit 2.357. Auf die Informations- und Beratungssparte entfielen mit 4.265 Gründungen mehr als 28 Prozent der Neugründungen. Bei 27 Prozent oder 4.096 der neuen Firmen handelt es sich um Gewerbe- und Handwerksbetriebe, bei 4.014 um Handels- und bei 1.706 um Tourismusbetriebe. Industriebetriebe, Transport und Verkehrsbetriebe sowie Banken und Versicherungen nehmen die weiteren Plätze ein.
Branchenmäßig liegen Unternehmensberater und Informationstechnologie mit 1.569 Firmen an erster Stelle, gefolgt von Gewerbebetrieben mit 1.479 Neugründungen. Finanzdienstleister liegen mit 1.270 neuen Unternehmen an dritter Stelle, Direktvertrieb (914) und Gastronomie (878) folgen auf den Plätzen vier und fünf. Nennenswerte Anteile entfielen noch auf neue Handelsbetriebe (776), Werbung und Marktkommunikation (706), Freizeitbetriebe (493) und Versicherungsagenten (391).
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