Freitag, 26. Juli 2002

Vor 40 Jahren wurde die deutsche Bundesliga geboren

  • Abstimmung erbrachte mit 103:26 Stimmen ein klares Votum

Bundesliga, Fußballprofis und Millionengehälter - was heute selbstverständlich ist, war früher sehr umstritten. Selbst auf ihrem Geburtstag am Sonntag vor 40 Jahren kämpften die Gegner der deuschen Bundesliga bis zuletzt gegen die Einführung einer zentralen deutschen Spielklasse. Am Ende siegten die Befürworter auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 28. Juli 1962 im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhalle aber deutlich.

"In der Abstimmung über den Antrag Nummer 1 wurden 129 Stimmen abgegeben, davon waren mit Ja 103, mit Nein 26. Der Antrag ist mit Zweidrittelmehrheit angenommen", verkündete nach dreistündiger Diskussion um 17.45 Uhr der damalige DFB-Vizepräsident Ludwig Franz die Geburt der Bundesliga. Im Oktober 1962 wurde das Statut mit 16 Mannschaften angenommen, ein Jahr später, am 24. August 1963, fand in acht Stadien der erste Spieltag statt.

Das liebe Geld
Bis 1963 regelte in Westdeutschland ein Vertragsspielerstatut den Verdienst der Spieler in den fünf Oberligen Nord, West, Süd, Südwest und Berlin. Danach durfte ein Akteur nicht mehr als 320 Mark im Monat verdienen. Später waren es 600 Mark. Die Verstöße gegen das Statut nahmen aber zu, bestraft wurden längst nicht alle Fälle. Die Clubs mussten ihren besten Spielern unter der Hand mehr Geld zahlen, damit diese nicht ins Ausland abwanderten.

Profiliga zu radikal
Der Süddeutsche Verband hatte schon 1919 einen ersten Vorstoß zur Einführung des Profitums abgelehnt und sprach sich in Dortmund gegen die Bundesliga mit Lizenzspielern aus. "Die Spieler waren mit 320 Mark nicht zufrieden, sie waren mit 400 Mark nicht zufrieden und auch 1200 Mark werden nicht genug sein", lautete die Argumentation der Süd-Funktionäre. Sie forderten eine Profiliga wie in Italien oder England - doch dieser Schritt war der DFB-Führung und den Delegierten zu radikal.

Obergrenzen wieder einführen?
Stattdessen stimmten sie für ein Lizenzspielerstatut mit einer Höchstgrenze von 1200 Mark für Gehälter und Prämien. Lizenzspieler durften neben dem Fußball noch einen anderen Beruf ausüben, brauchten dazu aber die Genehmigung des Vereins. Erst Mitte der 70er Jahre, als sich die Bundesliga längst etabliert hatte, wurden die Grenzen für Gehälter und Ablösesummen abgeschafft. Heute gibt es Überlegungen, sie wegen der ausufernden Summen wieder einzuführen.

26.7.2002 15:59