Sonntag, 28. Juli 2002

Gasfirmen-Grossbrand in Türkei gelöscht

  • 5.000 Anrainer in Sicherheit gebracht

Einer größeren Katastrophe ist am Sonntag die westtürkische Stadt Izmit nach der Explosion mehrerer Gastanks auf dem Werksgelände einer Flüssiggasfirma entgangen. Zwei Menschen, ein Mitarbeiter des Wachdienstes und ein Tanklastwagenfahrer, wurden verletzt.

Rund 5.000 Anrainer wurden in aller Eile in Sicherheit gebracht. Die Dächer mehrerer Häuser fingen Feuer. Im Umkreis von einem Kilometer gingen Fensterscheiben zu Bruch. Erst nach drei Stunden hatten die Löschmannschaften mit Unterstützung aus der Luft den Brand unter Kontrolle. Die 80 Kilometer östlich von Istanbul gelegene Industriestadt ist für ihre petrochemischen Anlagen bekannt.

Nach Angaben der Werksleitung, die den Schaden mit rund drei Billionen Lira (etwa 1,8 Millionen Euro) bezifferte, ereignete sich die Explosion, als ein Laster am Hauptventil betankt wurde. Durch weitere Explosionen und die folgenden Brände seien alle neun Tanks zerstört worden. Darin sollen sich rund 800 Tonnen Flüssiggas befunden haben.

Feuerwehren sowie Löschflugzeuge und -hubschrauber waren den ganzen Vormittag über im Einsatz, um den Brandherd und die Umgebung abzukühlen. "Ich freue mich, dass eine größere Katastrophe verhindert werden konnte", zitierte die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi den stellvertretenden Provinzgouverneur Ümmet Kandogan. Zunächst als vermisst gemeldete Kinder wurden nach Angaben des Zivilschutzes gefunden und den Eltern übergeben.

Für eine nahe gelegene Raffinerie bestand nach Auskunft der Behörden keine Gefahr. Aber auch dort gingen durch die Druckwelle der Explosion Scheiben im Verwaltungstrakt zu Bruch. In der am östlichen Ende des Marmarameeres gelegenen staatlichen Raffinerie hatte es nach dem schweren Erdbeben in der Nordwesttürkei vor drei Jahren tagelang gebrannt.

28.7.2002 09:31