Samstag, 27. Juli 2002

Jetshow-Tragödie in Ukraine: Der Funkverkehr!

  • Keine Alleinschuld der Piloten an Lwiw-Flugkatastrophe
  • DURCHKLICKEN: Die Bilder der Katastrophe + der Trauerfeiern

Knapp drei Wochen nach der Flugschau-Katastrophe mit 85 Toten bei Lemberg (Lwiw) in der Ukraine veröffentlichten Ermittler die Aufzeichnung des Stimmenrekorders aus dem abgestürzten Kampfjet Suchoi-27 - die Abschrift des dramatischen Funkverkehrs Minuten vor der Tragödie finden Sie im Kasten rechts! Unterdessen wurde eingeräumt, dass die Piloten nicht die alleinige Schuld am Absturz tragen. Die Opferzahl wurde leicht nach unten korrigiert: 76 Menschen fanden beider Flugshow den Tod.

An der Flugschau-Katastrophe in der Ukraine tragen die Piloten der Unglücksmaschine nicht die Alleinschuld. Bei der Vorstellung des vorläufigen Untersuchungsberichts am Dienstag in Kiew machte der Leiter der Untersuchungskommission auch deren Vorgesetzte für den Absturz des Kampfflugzeugs vom Typ Su-27 verantwortlich.

Sie hätten den beiden Piloten nicht die notwendigen Instruktionen für die riskanten Flugmanöver gegeben, erklärte Jewgen Martschuk.

Opferzahl auf 76 korrigiert
Rund drei Wochen nach dem schweren Unglück bei einer Flugschau in der Ukraine haben die Behörden am Freitag neue Opferzahlen veröffentlicht: Demnach kamen bei dem Absturz einer Militärmaschine bei Lemberg (Lwiw) 76 Menschen ums Leben. Bisher war von 85 Toten die Rede gewesen. Die Zahlen wurden korrigiert, nachdem alle Leichenteile zugeordnet werden konnten.

74 Menschen waren demnach sofort tot, zwei weitere starben später im Krankenhaus. Bei dem schwersten Unglück bei einer Flugschau wurden zudem rund 200 Menschen verletzt.

Schwerstes Flugshow-Unglück aller Zeiten
Das Kampfflugzeug war am 27. Juli bei einer Vorführung auf einem Flugplatz bei Lemberg (Lwiw) in die Zuschauermenge gestürzt und in einem Feuerball explodiert. Die zwei Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Es war das weltweit schwerste Unglück bei einer Flugschau überhaupt.

Die Piloten hätten zwar vor der Flugschau drei Tage lang trainiert, doch die vorgesetzten Kommandeure und die Organisatoren hätten die gefährlichen Flugmanöver mit ihnen vorher nicht vor Ort geprobt. Die Piloten hätten die Örtlichkeiten erst am Tag der Flugschau besichtigen können. Ferner hätten die Vorgesetzten nicht eingegriffen, als die Piloten schon beim ersten Manöver vom Flugplan abgewichen und zu dicht an den Zuschauern vorbeigeflogen seien.

Martschuk schloss technisches Versagen aus. Er wies damit die Darstellung des Piloten Wlodimir Toponar zurück, der von einem technischen Problem kurz vor dem Absturz gesprochen hatte. Alle Systeme hätten einwandfrei funktioniert, sagte Martschuk.

Die Untersuchungskommission empfahl als Konsequenz aus dem Unglück eine Umstrukturierung der ukrainischen Streitkräfte sowie eine beschleunigte Umsetzung der Militärreform. Präsident Leonid Kutschma stellte bereits mehr Geld für die Streitkräfte bereit.

27.7.2002 13:14