Freitag, 26. Juli 2002

15 Jahre für Suharto-Sohn wegen Anstiftung zum Mord

  • Auch wegen illegalen Waffenbesitzes für schuldig befunden

Ein indonesisches Gericht hat den jüngsten Sohn des früheren Präsidenten Suharto unter anderem wegen Anstiftung zum Mord zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Richter sahen es am Freitag als erwiesen an, dass Hutomo "Tommy" Mandala Putra Drahtzieher eines tödlichen Anschlages auf einen obersten Richter war.

Zudem wurde er wegen illegalen Waffenbesitzes und Flucht vor der Staatsgewalt für schuldig befunden. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Anklage. Ursprünglich hatte dem 39-Jährigen sogar die Todesstrafe gedroht.

Der Urteilsbegründung zufolge ist Tommy Suharto durch "Unterlassung" für den Mord an Richter Syafinddin Kortasasmita im Juli 2001 verantwortlich, der ihn ein Jahr zuvor wegen Betruges und Waffenbesitzes zu 18 Monaten Haft verurteilt hatte. Der Jurist war in Jakarta auf offener Straße erschossen worden. Zwei Männer waren deswegen bereits zu lebenslang verurteilt worden. Sie hatten ausgesagt, von Tommy mehrere tausend Dollar erhalten zu haben.

Der Sohn des Ex-Präsidenten war Ende November vergangenen Jahres festgenommen worden, nachdem er mehr als ein Jahr lang untergetaucht war, um der Haft wegen eines betrügerischen Grundstücksgeschäfts in Millionenhöhe zu entgehen. Er steht im Verdacht, außerdem hinter einer Serie von Bombenanschlägen in der Hauptstadt zu stecken.

26.7.2002 15:29