Donnerstag, 25. Juli 2002

Über 30 Tote bei Überschwemmungen in der Türkei

  • Zweitägiger Dauerregen löste zahlreiche Muren aus
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Nach zweitägigem Dauerregen sind in der türkischen Schwarzmeerprovinz Rize bei Überschwemmungen und Erdrutschen mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Häuser stürzten ein, Dutzende von Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten.

Mit Händen und Schaufeln gruben die Bewohner im verwüsteten Dorf Selamet Köy am Donnerstag in Erdmassen und Haustrümmern nach mehr als 15 Verschütteten, ohne Hoffnung noch jemanden lebend zu finden. "Wir haben keinen Treibstoff, um Bergungsmaschinen einzusetzen", sagte der Bürgermeister Ahmet Binler. "Wir warten auf Hilfe."

In eines der Häuser hatten sich mehrere Familien geflüchtet, um sich vor den Erdrutschen in Sicherheit zu bringen. Die Leichen wurden am Donnerstag nach und nach freigelegt. "Meine Tochter sagte mir, dass sie wegen der Erdrutschgefahr in ein anderes Haus gehen werde. In diesem Augenblick brach das Telefongespräch ab", berichtete verzweifelt ein alter Mann vom Verlust seiner Tochter, seines Schwiegersohns und seiner beiden Enkel.

Ein Hubschrauber der Armee warf Lebensmittelpakete über abgelegenen Bergdörfern ab und brachte obdachlos gewordene Menschen in Sicherheit. Teile der Ernte der für ihren Tee berühmten Provinz wurden vernichtet, Fabriken und Lager beschädigt. Vize-Regierungschef Mesut Yilmaz, der das Katastrophengebiet am Donnerstag besuchte, stellte staatliche Hilfen in Aussicht.

Die heftigen Regenfälle hatten vor zwei Tagen in mehreren Provinzen in Mittel- und Ostanatolien eingesetzt, Straßen und Häuser überflutet, für Sturzbäche und Überschwemmungen gesorgt. Dabei waren mehr als ein Dutzend Menschen ertrunken oder von Blitzen erschlagen worden. Am stärksten traf es allerdings den östlichen Abschnitt der Schwarzmeerküste mit der Provinzhauptstadt Rize, der immer wieder von Erdrutschen heimgesucht wird, zuletzt im vergangenen November.

25.7.2002 16:38