Donnerstag, 25. Juli 2002

Alle neun US-Bergleute haben überlebt & sind gerettet

  • Durchklicken: Die Kumpel erzählen, wie sie überlebt haben
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"Wir haben uns gegenseitig Mut gemacht..." Berührend sind die Schilderungen der Kumpel, die von den furchtbarsten Stunden ihres Lebens erzählen (Kasten rechts). Für die Retter war es ein Wunder: Vier Tage nach dem Unglück wurden die neun US-Bergleute lebend gerettet. Keiner ist ernsthaft verletzt! Jubelnd empfingen sie Retter und Angehörige an der Oberfläche. Erschöpft und durchnässt wurden die Kumpel mit einer speziellen Kapsel an aus der Tiefe des überschwemmten Stollens geholt.

Vier Tage nach dem Grubenunglück im US-Staat Pennsylvania sind am Sonntag alle neun Bergleute geborgen worden. Einer der Geretteten, ein 43-Jähriger Vater dreier Kinder, habe über Brustschmerzen geklagt, ansonsten sei der Gesundheitszustand der Kumpel aber zufriedenstellend, sagte ein Verantwortlicher der Rettungskräfte.

Den Bergungsmannschaften stand die schwierige Aufgabe bevor, die Eingeschlossenen aus ihrem unterirdischen Gefängnis zu befreien. Zunächst musste der Bohrer aus dem Zugangsschacht entfernt werden. Erst danach konnte eine Rettungskapsel niedergebracht werden. "Sie wollen raus, sie wollen ihre Familien sehen", berichtete Schweiker.

Mit dem schweren Bohrer durchstießen die Helfer in der Ortschaft Somerset am Samstagabend um 22.16 (Ortszeit) das Erdreich zu dem kleinen, nur ein mal vier Meter großen Loch, in dem die Männer Zuflucht gesucht hatten. Bald darauf gab es Sprechkontakt und die erlösende Nachricht, auf die die Angehörigen mit Bangen in der Nähe des Unglücksortes gewartet hatten. "Es ist ein Wunder", sagte Bergwerksbesitzer John Weir.

Die Eingeschlossenen wurden einzeln in der engen Kapsel nach oben gebracht. Dort standen neun Druckkammern der US-Marine bereit, um die zwischen 30 und 55 Jahre alten Kumpel wieder an die Verhältnisse auf der Erdoberfläche zu gewöhnen. Ein Marinesprecher sagte, die Verschütteten seien einem Druck ausgesetzt als befänden sie sich zwölf Meter unter Wasser.

Keine Klopfzeichen mehr
Am frühen Samstagabend zeichnete sich erstmals die Möglichkeit an, dass die Helfer den Wettlauf mit der Zeit gewinnen könnten. Da hatte sich der schwere Bohrer bis auf wenige Meter zu den Verschütteten vorgearbeitet. "Wir bereiten uns jetzt auf die wirkliche Rettungsmission vor", sagte Gouverneur Schweiker. Es komme darauf an, die Bohrungen fortzusetzen ohne die Luftblase zu zerstören, die das Leben der neun Männer erhalten hat. Klopfzeichen waren seit Donnerstagmittag nicht mehr vernommen worden, doch war dies bei dem Lärm der Bohrer und Pumpen auch schwierig.

Die Retter mussten mehrere Rückschläge hinnehmen. Am Freitag hatten sie etwa neun Stunden eingebüßt, als die Spitze des Spezialgeräts zum Bohren eines Zugangsschachts abbrach. Sie begannen dann, mit einem zweiten Bohrer an einer anderen Stelle zu bohren. Am Freitagabend (Ortszeit) konnte die abgebrochene Bohrerspitze geborgen werden und die Arbeit auch am ersten Schacht weitergehen. Der erste Bohrer war in 30 Metern Tiefe auf eine harte Felsschicht gestoßen und abgebrochen. Deshalb wurde der zweite Bohrer einige Meter versetzt angesetzt. Aber auch dort passierte ein Missgeschick. Am Samstag brach in rund 68 Meter Tiefe vermutlich ein Teil des Bohrers ab. Dort wurde die Bohrung dann gestoppt.

Seit Mittwoch eingeschlossen
Die Bergleute waren seit Mittwochabend in einem vermutlich mit eiskaltem Wasser gefüllten Schacht bei Temperaturen um 12 Grad Celsius gefangen. Pro Minute wurden seit Beginn der Aktion 75 000 Liter abgepumpt. Dadurch konnte der Wasserspiegel genug gesenkt werden, um die Männer zu retten. Um eine starke Druckveränderung zu verhindern, wurde der Schacht versiegelt. Die Bergleute hatten versehentlich einen älteren und mit Wasser gefüllten Stollen angebohrt. Die Wassermassen brachten den Stollen zum Einsturz.

25.7.2002 14:11