Sprengfalle in Nutella-Glas in Friaul explodiert

  • Sprenfallenbauer in Italien seit 1993 unterwegs
  • Staatsanwälte sprechen von italienischem "Unabomber"

In Friaul ist wieder eine Sprengfalle explodiert: Die Bombe war in einem Nutella-Glas versteckt. Eine 35-jährige Frau hatte das Gefäß mit dem Haselnussbrotaufstrich in einem Supermarkt in Pordenone gekauft. Am Dienstagabend stellte sie das Glas - alarmiert von "einem komischen Ticken" - auf ein Fensterbrett, wo die Bombe detonierte. Die Frau blieb unverletzt. In den vergangenen Jahren war es zu ähnlichen Anschlägen gekommen.

Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang mit Fällen in Veneto. Die Staatsanwälte sprechen von einem italienischen "Unabomber" in Anspielung auf den Amerikaner Theodore Kaczynski, der fast 20 Jahre lang die USA mit Paketbomben in Atem gehalten hatte. 1996 wurde der "Unabomber" nach einem Tipp seines Bruders in einer Waldhütte in Montana verhaftet.

Der italienische Sprengfallenbauer, nach dem seit 1993 vergeblich gefahndet wird, soll u.a. für die Explosion einer Rohrbombe verantwortlich sein, durch die am 6. Juli 2000 in Lignano (Friaul) ein pensionierter Carabiniere lebensgefährlich verletzt wurde. Der Sprengsatz war in den Händen des Mannes explodiert.

Das "Aktionsgebiet" des Täters umfasst die Provinzen Pordenone, Treviso, Udine und Venetien. Die Polizei nahm zwar im Laufe der Jahre mehrere Verdächtige fest, musste aber alle wieder laufen lassen. Bisher konnten niemandem die Taten nachgewiesen werden. Die Exekutive geht davon aus, dass der Bomber in erster Linie Angst und Panik schüren will.

24.7.2002 10:55
Artikel bookmarken bei: ? Hilfe

Das Wetter morgen: