EU-Forschungsförderung für Stammzellen widerrufen
- Gehrer: Österreich erwirkte Moratorium bis Ende 2003
- Patent auf Zucht von Embryonen zum Teil widerrufen
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Vatikan: "Nieder- lage für Menschen"
Als Österreich im Juni wegen moralischer Bedenken gegen das 6. EU-Rahmenprogramm für Forschung stimmte, wurde der Schritt international belächelt. Nun hat sich die EU doch zu einer Aussetzung der umstrittenen Forschungsförderung an embryonalen Stammzellen durchgerungen. Auch das umstrittene Patent zur Züchtung menschlicher und tierischer Embryonen ist in wesentlichen Teilen erst kürzlich widerrufen worden.
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) und der Vorsitzende der österreichischen Bioethik-Kommission, Johannes Huber, verkündeten am Dienstag bei einer Pressekonferenz das bis Ende 2003 angesetzte Moratorium.
Embryonen-Züchtungs-Patent widerrufen
Das Züchtungs-Patent ist praktisch widerrufen worden. 14 Parteien, darunter die Regierungen von Deutschland, Italien und den Niederlanden, hatten Einspruch gegen das Patent eingelegt und wegen ethischer Bedenken einen Widerruf verlangt. Es umfasst keine menschlichen beziehungsweise tierischen embryonalen Stammzellen mehr.
Sie hatten ihre Bedenken in einer Anhörung vorgetragen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf dem EPA "Salamitaktik" vor. Scheibchenweise habe die Behörde die Grenze dessen hinausgeschoben, was als Erfindung patentierbar sei. Nun sei man bei der Patentierbarkeit von Embryonen angelangt.
Die Münchner Behörde hatte das Patent 1999 an die Universität Edinburgh in Großbritannien erteilt. Dabei geht es um die Gewinnung tierischer und menschlicher embryonaler Stammzellen. Es erstreckt sich aber auch auf die damit mögliche Züchtung von Embryonen sowie die Herstellung gentechnisch veränderter Tiere oder Menschen.
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