Montag, 22. Juli 2002

Erdbeben der Stärke 4,9 in den Niederlanden

  • Stärke 4,8 in Nordrhein-Westfalen

Ein Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Richterskala hat am Montag in der Früh Teile von Westdeutschland und den Südosten der Niederlande sowie Belgien erschüttert. Nordrhein-Westfalen wurde vom schwersten Erdbeben seit zehn Jahren erschüttert: 4,8 auf der Richter-Skala. Menschen kamen auch hier nicht zu schaden.

Experten beim niederländischen Wetteramt KNMI in De Bilt vermuteten das Epizentrum südöstlich der Stadt Roermond. Nach Angaben der Behörden gab es viele Meldungen über bebende Erde, schwankende Möbel und zitternde Fenster. Über Verletzungen von Menschen und ernsthafte Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Das Beben sei mit einem deutlich hörbaren Geräusch verbunden gewesen, berichteten Anrufer. Viele Menschen seien vor Schreck auf die Straße gelaufen.

Jahrzehnt-Erdbeben in Deutschland
Das schwerste Erdbeben seit zehn Jahren in Nordrhein-Westfalen in Deutschland hat am Montagmorgen weite Teile des bevölkerungsreichsten Bundeslands erschüttert. Der Erdstoß mit der Stärke 4,8 auf der Richter-Skala schreckte tausende Menschen an Rhein und Ruhr auf. Offenbar wurde niemand verletzt, wie das Düsseldorfer Innenministerium am Mittag vorläufig bilanzierte. Das Epizentrum des Bebens lag nördlich von Aachen bei Alsdorf in zehn Kilometer Tiefe, wie der Geologischen Dienst NRW in Krefeld erklärte.

Auch größere Sachschäden gab es laut der Übersicht des Innenministeriums nicht. Vielfach seien Bilder oder Spiegel von den Wänden gefallen, sagte ein Sprecher. Im Raum Düren habe die Feuerwehr einen abgeknickten Kamin auf einem Haus abtragen müssen. Dort hätten auch herabfallende Dachziegel ein Auto beschädigt. Aus Herzogenrath, unmittelbar neben dem Zentrum des Bebens, sei ein Riss in der Fassade eines Hochhauses gemeldet worden.

In Aachen ließen laut Pressesprecher Jürgen Robens zahlreiche beunruhigte Menschen die Telefonleitungen der Polizei heiß laufen. In der Dreiviertelstunde nach dem Beben habe es über 400 Anrufe im Polizeipräsidium gegeben, davon allein 250 in der ersten Viertelstunde.

Das Beben wurde auch in den angrenzenden Gebieten Belgiens und der Niederlande wahrgenommen. Kleine Erdstöße in der niederrheinischen Bucht sind häufig; sie gehört nach den Angaben der Geologen zu den erdbebengefährdetsten Gebieten Deutschlands. Das letzte größere Erdbeben wurde am 13. April 1992 registriert; damals wurde eine Stärke von 5,9 auf der Richterskala gemessen. "Es gibt aber keine Anzeichen dafür, dass wir es mit einem Beben desselben Ausmaßes zu tun haben", sagte Innenminister Fritz Behrens.

22.7.2002 09:07