Samstag, 27. Juli 2002

Täter nach Supermarkt-Überfall in Wien noch flüchtig

  • Sparmarkt in Wien-Donaustadt überfallen - ein Toter
  • Filialleiter erlag einem Bauchschuss; Täter ist flüchtig

Weiter keine Spur vom brutalen Raubmörder. Der Mann hatte am Samstag die Kassierin eines Supermarktes bedroht, und den Filialleiter kaltblütig niedergeschossen. Die sofortige Alarmfahndung der Polizei blieb bislang ergebnislos.

Der oder die Täter des Überfalls auf einen Supermarkt in Wien-Donaustadt sind nach wie vor flüchtig, wie die Bundespolizeidirektion Wien am Samstagabend auf Anfrage mitteilte. Die Sofortfahndung sei erfolglos geblieben, weitere Hinweise erhofft sich die Polizei von den Ermittlungen. Der Täter war mit einem Auto geflüchtet, ob er einen Komplizen hatte, ist nach Polizei-Angaben nicht ganz sicher. Bei dem Überfall am späten Samstagnachmittag war der Filialleiter des Supermarktes erschossen worden.

Täter erschoss kaltblütig den Filialleiter
Der Überfall ereignete sich am Biberhaufenweg/Ecke Ulanenweg am Samstag gegen 17.00 Uhr. Der Räuber - laut Zeugenaussagen soll es sich um einen großen, schlanken Mann handeln, der Sprache nach ein Österreicher - ging sofort auf die Kassierin zu und bedrohte sie mit einer Faustfeuerwaffe. Als sich der Filialleiter einmischte, wiederholte der Räuber seine Geldforderung und erklärte, er werde bis drei zählen und dann schießen, wenn er kein Geld bekommt. Wenige Sekunden später krachten zwei Schüsse, der ca. 40 Jahre alte Filialleiter Franz K. aus Niederösterreich brach tödlich getroffen zusammen.

Der Räuber, der unter anderem mit einer Schirmkappe und einer grün-violetten Windjacke bekleidet war, rannte in eine Seitengasse, wo er offensichtlich ein Fluchtfahrzeug bestieg. Ein Mann, der Zeuge des Überfalls geworden war, konnte den Täter noch kurz verfolgen. Er vermutete, dass er in einen dunkelfarbenen Mercedes zugestiegen war, der von einem Komplizen gesteuert wurde.

Im Supermarkt spielten sich dramatische Szenen ab. Ein zufällig anwesender junger Anästhesist soll noch bis zum Eintreffen der Rettung versucht haben, dem Sterbenden Erste Hilfe zu leisten, berichtete Notarzt Georg Wosyka. Die Angestellten, die den Vorfall beobachten mussten, standen unter schwerem Schock und mussten psychisch betreut werden.

27.7.2002 18:13