Freitag, 26. Juli 2002

In der Krise wollen Österreicher den Schutz der EU

  • Hohe Erwartungen im Kampf gegen Kriminalität und Schlepper

Bei einer Krise, wünschen sich die Österreicher den Schutz einer starken Europäischen Union. Wenn sie wieder abzieht, oder ein Problem nicht so dringlich wirkt, scheint die Zusammenarbeit der EU-Staaten weniger wichtig. Zu diesem Schluss kommt der Generalsekretär der Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), Gerhard Bauer. Grundlage ist eine Umfrage im Juni und Juli unter 1.106 Österreichern.

So wünschten sich 62 Prozent der Befragten eine engere Zusammenarbeit in der Union beim Kampf gegen Organisierte Kriminalität und 60 Prozent im Kampf gegen Schlepper. Hingegen sehen nur 55 Prozent viel Erfolg in einer gemeinschaftlichen Aktion gegen Terrorismus - wohl weil sie davon nicht so direkt betroffen sind, meint Bauer.

Wie sich die Bedeutung der EU verschiebt, zeige auch die Haltung der Österreicher in der BSE-Krise: Vor einem Jahr, als das Thema in den Medien präsent war, glaubten 76 Prozent der Befragten, dass die Seuche am Besten gemeinsam bekämpft werden könne. Jetzt im Juli 2002 waren es nur mehr 56 Prozent. "Nur wenn es brennt, merkt man, dass die EU eine gute Feuerwehr ist", kommentiert Bauer.

Generell halten Menschen mit hoher Schulbildung EU-weites handeln für Erfolg versprechender. Auch sind Männer häufiger dafür als Frauen. Deklarierte ÖVP- und SPÖ-Anhänger meinen eher, dass die Union Probleme besser lösen kann als die Einzelstaaten als FPÖ-Wähler oder nicht deklarierte.

Nebenbei ließ die ÖGfE auch fragen, ob Österreich zur Lösung der Verkehrsprobleme die Unterstützung der EU brauche, um Straßen-, Bahn- und Wasserwege auszubauen. Gleich 81 Prozent aller Befragten glauben, dei Akpenrepublik brauche hier die Hilfe der EU, nur zwölf Prozent will dies alleine schaffen (Rest: keine Angaben). Das sei allerdings wohl eher ein Zeichen der heimischen "Schnorrermentalität", meint Bauer.

26.7.2002 11:40