Mittwoch, 24. Juli 2002

Weitere Hausdurchsuchungen im Finanzamtsskandal

  • Steuerfahnder schlugen bei sieben Firmen zu
  • PLUS: Das Luxusleben der Beamten & Kritik des RH-Präsidenten

Überraschung im so genannten Innsbrucker Finanzamtsskandal. Am Dienstag wurden weitere Hausdurchsuchungen durchgeführt. Insgesamt sieben Firmen in und um Innsbruck seien von der gerichtlichen Anordnung betroffen gewesen, teilte das Landesgericht mit. Die Beamten nahmen Disketten und Aktenmaterial mit.

Die Hausdurchsuchungen seien in Wohn- und Geschäftsräumen durchgeführt worden. Es seien Akten, Disketten und Computerfestplatten beschlagnahmt worden. Das Material werde nach einer ersten Sichtung durch die Polizei bzw. Gendarmerie dem Gericht überstellt. Ob es weitere Durchsuchungen geben könnte, wurde vorerst nicht bestätigt.

Prokurist einer Steuerberatungskanzlei in Haft
In Untersuchungshaft befindet sich mittlerweile nur noch der Mitte August verhaftete Prokurist einer Steuerberatungskanzlei. Die Haftgründe (Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr) für ihn seien vorerst weiter relevant, teilte ein Sprecher des Landesgerichtes mit. Die U-Haft bleibe vorerst bis 2. Dezember aufrecht.

Ausgelöst wurde die Finanzamts-Affäre durch zwei Mitarbeiter, die für den Ex-FC-Tirol-Manager Robert Hochstaffl die Bilanzlegung und anschließende Finanzprüfung durchgeführt haben sollen. Sie saßen bereits seit Mitte Juni in U-Haft. Hochstaffl selbst kam gegen eine Kaution in der Höhe von 250.000 Euro Ende Juni frei.

Insgesamt wurden zwölf Beamte suspendiert bzw. verhaftet. Dabei handelt es sich um elf Betriebsprüfer sowie den Leiter der Betriebsprüfungsabteilung, Arno R. Der Vorwurf lautet, bestimmte Firmen steuerschonend geprüft zu haben. Außerdem sollen bestimmte Beamten "spezielle" Prüfungsfälle übernommen haben. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen rund 60 Zeugen einvernommen.

24.7.2002 17:21