Finanz-Skandal: 60 Experten prüfen Finanzamts-Bücher
- Zwei inhaftierte Beamte verweigerten die Aussage
- 108 Betriebe sollen bis 31. Oktober nachgeprüft werden!
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Aus ganz Österreich wurde Verstärkung nach Tirol befohlen: Insgesamt sind 60 Experten damit beschäftigt, die Bücher des Finanzamtes nach "Unregelmäßigkeiten" zu durchforsten! Bisher wurden zwölf Finanzbeamte vom Dienst suspendiert. Sieben befinden sich in Haft. Zwei von ihnen wollte der Bundessteuerinspektor befragen - aber die Verdächtigen schwiegen lieber.
Bundessteuerinspektor Hermann wollte zwei der sieben bereits inhaftierten Innsbrucker Finanzbeamte befragen. Aber beide lehnten die Befragung ab. Begründung: Sie wollten ohne Aktenkenntnis und Anwalt nichts sagen. Madlberger: "Wir haben uns darauf eingestellt, in dieser Sache selber zu ermitteln." Eigentlich hatte er sich von den Verdächtigen "Unterstützung in einem noch nicht angezeigten Fall" erhofft, erklärte er der APA.
Insgesamt sollen laut Madlberger die verdächtigen Akten von rund 108 Betrieben bis spätestens 31. Oktober noch einmal nachgeprüft werden. Betroffen seien verdächtige Unternehmen, bei denen etwa während Betriebsprüfungen ein Wechsel von Steuerberatern stattgefunden habe, erklärte Staatsanwalt Rudolf Koll.
Es gelte, die Vermögenssituation der Finanzprüfer zu beleuchten. Wie Madlberger erklärte, gehe es um unbeanstandet gebliebene Umsatzsteuergutschriften in Millionen-Schilling-Höhe. Weiters soll dadurch auch geklärt werden, wer tatsächlich in diese Machenschaften involviert gewesen ist.
Madlberger sprach von einem "organisierten Zusammenspiel", an dem neben Innsbrucker Finanzbeamten auch zwei Steuerkanzleien sowie einige Klienten beteiligt gewesen sein dürften. Der Bundessteuerinspektor appellierte an betroffene Betriebe, Selbstanzeige zu erstatten. Dadurch könnten langwierige Nachforschungen verkürzt werden.
Insgesamt sind bisher zwölf Finanzbeamte vom Dienst suspendiert worden. Sieben befinden sich in Haft. Allen zwölf Personen wird neben Abgabenhinterziehung auch Amtsmissbrauch vorgeworfen. Es handelt sich um elf Betriebsprüfer sowie einen Leiter der Betriebsprüfungsabteilung. Die Voruntersuchungen wurden in allen zwölf Fällen eingeleitet.
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