Amoklauf in Steiermark: Frau und Gendarm erschossen
- Blutbad im Kaufhaus/ Beamter schoss Täter in den Kopf
- Schütze besaß die Waffe legal!
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Zwei Tote forderte ein Amoklauf Ende Juli 2002: Weil er die Scheidung nicht verkraftete, drehte ein 53-jähriger Mann durch. Johann S. erschoss in Schlossberg seine Ehefrau und einen Gendarmen! Persönliche Bekannte beschreiben ihn - wie so oft - als völlig unauffällig.
Er hat, wie von den Sicherheitsbehörden bestätigt wurde, eine Waffenbesitzkarte für seinen Revolver Taurus 38 spezial.
Der 53-jährige Täter war nie auffällig gewesen. "Keiner von uns hätte sich das gedacht", sagte ein leitender Gendarmeriebeamter, der Johann S. persönlich kannte. Der Maler und Anstreicher, der zuletzt am Fließband in der Autoindustrie gearbeitet hatte, galt als ruhig und zurückhaltend, "aber die Scheidung dürfte ihm den Rest gegeben haben".
Der Tathergang
S. betrat um 13.20 Uhr das Kaufhaus in Leutschach. In der Wurstabteilung eröffnete er das Feuer auf seine Ehefrau. Sie hatte keine Chance. Als der Mörder flüchten wollte, rannte er beim Ausgang zwei alarmierten Gendarmen in die Arme. Wieder Schüsse!
Während ein Beamter getroffen zu Boden ging, gab sein Kollege mehrere Schüsse ab. Ein Projektil traf den Täter in den Kopf. Er wurde schwer verletzt in das Krankenhaus nach Graz geflogen.
Hintergrund der Tat dürften Eheschwierigkeiten des Paares gewesen sein. Die Frau soll Johann S. mit der Scheidung gedroht haben.
Wie der steirische Sicherheitsdirektor Josef Klamminger berichtete, dürfte der Mann die Tat genau geplant gehabt haben, als er kurz nach 13.00 Uhr zu dem kleinen "Spar"-Einkaufszentrum Repolusk nach Schlossberg (Bezirk Leibnitz) kam. Er suchte seine in der Feinkost-Abteilung beschäftigte Frau Hermine auf und zog eine Faustfeuerwaffe, einen Revolver der Marke "Taurus". Der Mann schoss zwei Mal: Ein Projektil traf die Verkäuferin im Brustbereich. Sie dürfte sofort tot gewesen sein. Zum Zeitpunkt der Bluttat war nach ersten Angaben außer dem Opfer nur ein Lehrmädchen, aber kein Kunde anwesend.
Die Gendarmerie wurde über Notruf von Nachbarn alarmiert, dass es "im Sparmarkt eine Schießerei zwischen Arbeitskollegen" gebe. Zwei Beamte, Revierinspektor Albert Strohmaier und Bezirksinspektor Reinhard B., fuhren im Streifenwagen zum Tatort. Beide hatten kugelsichere Westen an und waren dem gefährlichen Einsatz gemäß ausgerüstet, sagte der Sicherheitsdirektor.
Kaltblütig
Im Eingangsbereich kam es dann zum Schusswechsel: Der flüchtende Täter hatte offenbar die anrückende Gendarmerie-Patrouille bemerkt und war im Kassenbereich hinter einem Stapel mit Waren in Deckung gegangen. Als einer der Beamten, Albert Strohmaier, durch den Eingang kam, eröffnete der Maler aus dem Hinterhalt das Feuer. Der etwa 40 Jahre alte Gendarm aus Leutschach wurde von einem Projektil in den Kopf getroffen - er starb noch an Ort und Stelle.
Im gleichen Augenblick kam der zweite Beamte über den Ausgang ins Geschäft: In Notwehr, so Sicherheitsdirektor Klamminger, schoss er sofort und traf den Schützen "im Kopf-Hals-Bereich". Johann S. wurde mit schwersten Gesichts- und Schädelverletzungen per Hubschrauber in das LKH Graz geflogen.
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