Freitag, 19. Juli 2002

New Yorker Aktienbörse - Rekord-Absturz!

  • Dow Jones auf tiefstem Stand seit Oktober 1998
  • Wallstreet zieht Lateinamerikas Börsen mit nach unten

Die New Yorker Aktienbörse hat am Freitag mit dramatischen Kurseinbrüche den Handel beendet. Der Dow Jones Industrial Index fiel 390,23 Einheiten oder 4,64 Prozent auf 8.019,26 Zähler. Der die wichtigsten Versorgungswerte umfassende Dow Jones Utilities Index verlor 11,18 Zähler auf 214,94 Punkte, das entspricht einem Minus von 4,94 Prozent. Der als Trendbarometer angesehene Dow Jones Transport verringerte sich um 50,42 Punkte oder 2,12 Prozent auf 2.332,18 Einheiten.

Der Dow Jones hatte ab Handelsbeginn kontinuierlich abgegeben, schließlich die Marke von 8.000 Punkten "wie Butter" durchschritten und somit den tiefsten Stand seit Oktober 1998 erreicht. "Es gibt derzeit Anleger, die um jeden Preis aus dem Markt wollen", berichtete ein Analyst. Vor allem die enttäuschenden Unternehmensergebnisse und die negativen Prognosen lassen die Investoren zittern.

Unter den an der New York Stock Exchange gelisteten Titel standen sich 703 Gewinner und 2.525 Verlierer gegenüber. 182 Werte notierten unverändert. Insgesamt wurden rund 2.139,54 Mill. Aktien umgesetzt. Das Tageshoch erreichte der Dow Jones Industrial Index bei 8.406,10 Punkten, das Tagestief lag bei 7.966,72 Zählern.

Auch die technische Situation der Indizes sei nach wie vor schlecht, meinte ein Marktbeobachter. Die technischen Analysten gehen davon aus, dass der Bruch mit dem Verlaufstief vom September 2001 von 8.062 Stellen beim Dow Jones einen Rückfall bis auf 7.500 Punkte begünstige. In den letzten zehn Handelstagen hatte sich der Index bereits circa 1.400 Einheiten reduziert.

Vor diesem Hintergrund brachten auch die vor Sitzungsbeginn veröffentlichten, in den Erwartungen gelegenen US-Konjunkturzahlen keine allzu starken Impulse. Die Verbraucherpreise in den USA sind im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen. Die Jahresteuerungsrate lag im Juni bei 1,1 Prozent nach 1,2 Prozent im Mai. Unterdessen kletterte das US-Außenhandelsdefizit mit 37,6 Mrd. Dollar im Mai auf Rekordhöhe. Dies gab das US-Handelsministerium bekannt.

Lateinamerikas Börsen leiden mit
Der Kurseinbruch der Wall Street hat auch die Börsen Lateinamerikas mit nach unten gezogen. Am größten waren die Verluste an der wichtigsten Börse des Subkontinents in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole Sao Paulo. Der Aktien-Index Bovespa fiel dort um 229,64 Zähler (2,12 Prozent) auf 10 538,15 Punkte. Auch in Mexiko-Stadt büßte der IPC-Index 96,88 Zähler (1,51 Prozent) ein und schloss bei 6336,95 Punkten. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, wo der Merval ohnehin schon relativ niedrig stand, war das Minus mit 2,26 Zählern (0,59 Prozent) am geringsten. Der Index stand zum Handelsschluss bei 379,48 Punkten.

19.7.2002 22:05