Freitag, 19. Juli 2002

Die neuen Bosse machen neue Regeln

  • Mehr Kommunikation und weniger Polit-Poker
  • Internationalisierung sprengt enge Grenzen

In Österreich ist der Bruch zwischen Vergangenheit und Gegenwart besonders krass. Hier ist die Gründer-Generation spät aus dem Manager-Leben ausgeschieden. Jetzt ist die Next Generation dran, die meist nach ihren eigenen vorstellungen agiert. Dazu gehören mehr Kommunikation - auch nach außen - und mehr Aktivität - auch jenseits der Grenzen.

Antiautoritär
Freilich hat sich auch der Anspruch der Mitarbeiter verändert, was UTA-Chef Romed Karre so begründet: "Wir haben es mit einer Generation zu tun, die nicht autoritär erzogen wurde. Und daher keinen autoritären Führungsstil verträgt." Die jungen Wilden unter sich: Da wird auch anders kommuniziert. Auch die Hotel-Sacher-Erbin Alexandra Gürtler, 26, räumt mit alten Sitten auf. "Bei uns wird jetzt direkter und offener kommuniziert als früher. Und es geht mit dem Du-Wort viel schneller." Duzen beim Sacher-Personal? Vor wenigen Jahren noch unvorstellbar.

Gesprengte Grenzen
Die geografischen Grenzen haben die neuen Bosse sowieso längst gesprengt. Nicht selten gelangen Ausländer wie der 42-jährige dänische AUA-Chef Vagn Sörensen an österreichische Schalthebel. Sörensen erklärt die Blitzkarrieren mit der "professionellen Ausbildung in Großkonzernen. Ich selbst habe mit 24 ein Trainee-Programm bei der SAS begonnen, mit vierzig hatte ich schon 12 Jahre Erfahrung im Topmanagement."

Weniger Beziehungen
Überhaupt hat die neue Generation unter dem Druck von Internationalisierung und EU-Beitritt einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet, die heimische Wirtschaft auf State of teh art zu trimmen. Statt Cliquenwirtschaft und Staatseinfluss regieren heute die in Westeuropa üblichen Management-Kriterien. Niedermeyer-Geschäftsführer Robert Happel, 33: "Das befreit und macht beweglich."

19.7.2002 15:18