WorldCom-Aktie wird an der Nasdaq ausgesetzt
- Telekom-Riese engagiert Restrukturierungsexperten
- Gericht genehmigt 1,97 Mrd. Euro Zwischenfinanzierung
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Die Aktie des Pleite gegangenen US-Telekomriesen WorldCom wird ab Dienstag vom Handel an der Technologiebörse Nasdaq ausgesetzt. Der Konzern habe gegen die Börsenregel verstoßen, wonach Firmen der US-Börsenaufsicht SEC wahrheitsgemäß Bericht über ihre Ergebnisse erstatten müssen, hieß es am Montag in New York. Die Nasdaq äußerte sich auch besorgt über das Konkursverfahren von WorldCom.
Die Notierung des Telekomkonzerns war an der Nasdaq bereits am 5. Juli ausgesetzt worden, WorldCom hatte jedoch Berufung eingelegt. Die Firma hatte im Juni zugegeben, Schulden von 3,85 Mrd. Dollar (3,85 Mrd. Euro) verschleiert zu haben. Vor gut einer Woche rettete sie sich unter das Dach des US-Konkursrechts.
Restrukturierungsfachleute engagiert
Trotz Pleite, die Geschäfte werden weiter gehen: Die in ein Konkursverfahren verwickelte US-Telefongesellschaft WorldCom Inc. hat zwei erfahrene Restrukturierungsfachleute engagiert. Dabei handele es sich um Experten von der auf Sanierungen spezialisierten US-Firma AlixPartners LLC, teilte das Unternehmen am Montag mit.
Nach Unternehmensangaben soll Gregory F. Rayburn die Aufgabe des Restrukturierungs-Leiters von WorldCom übernehmen, John S. Dubel wird Finanzchef. Die beiden Experten, die über große Erfahrung bei der Sanierung bankrotter US-Firmen verfügen, werden WorldCom-Chef John Sidgmore direkt unterstellt. Für die Vereinbarungen zwischen WorldCom und AlixPartners ist die die Genehmigung des Konkursrichters erforderlich.
Zwischenfinanzierung gesichert
Das Konkursgericht hat am 22. Juli die Zwischenfinanzierung bewilligt, mit der die Firma während des Gläubigerschutzes ihr Geschäft weiterführen, das Leitungsnetz erhalten und die Angestellten bezahlen kann. Das Geld wird von der Citigroup, J.P. Morgan Chase & Co und der Finanzierungssparte von General Electric bereitgestellt. Am 4. September soll die Finanzierung bei einer Anhörung formell bestätigt werden.
Die US-Behörde für Telekommunikation machte WorldCom jedoch Auflagen: Ohne Zustimmung darf der Konzern weder Dienste einstellen noch Sparten verkaufen. Sollten Telefondienste abgeschaltet oder abgestoßen werden, muss Worldcom die Zustimmung der Regulierungsbehörde einholen.
Der internationale Telekom-Konzern steckt schon seit längerem in finanziellen Schwierigkeiten, auch seine Bilanzspraktiken werden schon seit mehreren Monaten von der US-Börsenaufsicht SEC untersucht. Ende April hatte Firmengründer Bernard Ebbers den Hut nehmen müssen, nachdem bekannt geworden war, dass er Darlehen aus der Firmenkasse von über 375 Millionen Dollar erhalten hatte. Auch die Zukunft von Nachfolger Sidgmore ist ungewiss.
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