Hoffnung für Libro: Es gibt Übernahme-Angebote!
- "Einige" Interessenten wollen Libro weiterführen
- FORMAT: Amerikaner wollen Kette filetieren und versilbern
·Gerüchteküche
Angeblich will nur 1 Interessent alles!
·Papierhandel
Händler werben um Libro-Kunden
·Unfaire Praxis
Libro-Kredite verär- gern Kleinbetriebe
Die insolvente Buch- und Medienhandelskette Libro darf durchatmen: Laut Masseverwalter Günther Viehböck liegen einige Übernahme-Angebote vor. Darunter auch solche von potenziellen Käufern, die das Gesamtpaket übernehmen wollen. FORMAT berichtet in seiner aktuellen Ausgabe auch vom Angebot der Gordon Brothers Group - die auf die Liquidierung von Handelsunternehmen spezialisiert ist. Konkrete Entscheidungen sollen in den nächsten zwei bis drei Wochen fallen.
Das Offert der Gordon Brothers Group - rund 20 Millionen Euro - liegt laut FORMAT weit höher als alles, was übrigen Interessenten, die zumindest Teile von Libro fortführen würden, zu zahlen bereit sind. Die Amerikaner wollen den gesamten Warenbestand von Libro übernehmen und auf eigenes Risiko verwerten. Viehböck müsste aber nur dann mit den Amerikanern abschließen, wenn sonst niemand mehr Cash auf den Tisch legen würde. Die Buchhandelskette Amadeus wird auf jeden Fall überleben.
Mindestens 12 Interessenten haben im Datenraum die in Konkurs befindliche Buch- und Medienhandelskette geprüft. Tatsache ist, dass der neue Eigentümer bei einem Kauf lediglich eine der verbleibenden 216 Libro und 22 Amadeus-Filialen im Eigentum erwirbt. Alle anderen Standorte sind gemietet, die Geschäftseinrichtungen geleast. Die Marken Libro und Amadeus wurden an die Gläubigerbanken verpfändet.
Kauf und Weiterführung kostet rund 50 Mio. Euro
Der Kauf und die Weiterführung des Unternehmens kosten, so die Schätzungen aus Branchenkreisen, zwischen 40 und 50 Mill. Euro. Der von den Gläubigerbanken gewährte Kredit von 11,5 Mill. Euro ist nur für die Abwicklung des Schulgeschäfts vorgesehen. Für Orders für das Weihnachtsgeschäft dürfte eine Aufstockung notwendig sein.
Bei der Berichts- und Prüfungstagsatzung am 5. September d. J. müsste dann eine endgültige Weichenstellung erfolgen und feststehen, ob und welche Teile der Handelskette verkauft werden können.
Unter den Interessenten wurden in den vergangenen Wochen neben der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, die via Medien ihren Rückzug angekündigt hat, unter anderem der oberösterreichische Papier- und Büromaterialhändler Anton Stahrlinger, der Papiergroßhändler Walter Babel, der Industrielle Josef Taus, der Chef der Wiso-Verlagsgruppe Wilhelm Sotas, aber auch eine Bietergruppe um Libro-Manager Gerhardt Mayerhofer genannt.
Mitarbeiter haben Juni-Gehälter erhalten
Die rund 2.300 Mitarbeiter haben die Juni-Gehälter mittlerweile erhalten. Die Juli-Gehälter werden voraussichtlich mit Verzögerung vom Insolvenzfonds bezahlt werden, der die Gehaltszahlungen bis Mitte September übernehmen wird. Probleme gibt es lediglich für Mitarbeiter, die bei Libro ausscheiden wollen. Da der Masseverwalter keiner einvernehmlichen Lösung zustimmt, müssten Betroffene, die z.B einen neuen Job in Aussicht haben, selber kündigen und würden daher auf ihre Beendigungsansprüche verzichten.
Wann der Gläubigerauschuss wieder zusammentreten wird, steht noch nicht endgültig fest. Als mögliche Termine wurden der 5., 6., 7. oder der 12. August genannt. Insider rechnen, dass bereits innerhalb der nächsten drei Wochen eine Entscheidung fallen könnte. Spätestens bei der Berichts- und Prüfungstagsatzung am 5. September müsste aber der neue oder die neuen Besitzer feststehen.
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