Semperit ist 100 Jahre alt geworden
- 1985 Verkauf an deutsche Continental AG

Semperit gibt es seit 100 Jahren - der aus dem Lateinischen stammende Kunstname des Traiskirchener Hauptprodukts, Semperit ("er geht immer"), tauchte im Jahr 1902 zum ersten Mal auf. Er wurde innerhalb kürzester Zeit zum Synonym für Gummi aus Österreich.
Vor hundert Jahren hatte Josef Miskolczy, ein Pionier der österreichischen Kautschukindustrie, das "Schlössel", die ehemalige Grünmühle im niederösterreichischen Traiskirchen, erworben. Er wollte die Produktion von Gummiwaren, für die seine Meidlinger Fabrik zu klein geworden war, ausweiten. Zu seinen besten Zeiten, zu Anfang der Siebzigerjahre, war Semperit der zweitgrößte private österreichische Industriekonzern mit 4.700 Beschäftigten allein in Traiskirchen.
Dass die frühere Semperit Reifen AG 1985 von der damals größten heimischen Bank, der Creditanstalt (CA), zum viertgrößten Reifenerzeuger der Welt wanderte, war eine Ironie der Geschichte. Als man damals einen Investor für die mit massiven öffentlichen Geldern am Leben gehaltene Fabrik suchte, fand man in der deutschen Continental AG einen Eigentümer, der am Semperit-Vorläufer schon vor 1912 beteiligt gewesen war.
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