Donnerstag, 18. Juli 2002

FORMAT: Geheime ÖGB-Bilanz verhindert Debakel

  • Mehr Kosten für Personal und Werbung

Das Nachrichtenmagazin FORMAT berichtet in seiner aktuellen Ausgabe von einer geheimen ÖGB-Bilanz über das Jahr 2001. Nur durch "gefinkelte Buchungskniffe" sei demnach ein Finanzdebakel verhindert und ein positives Ergebnis in Höhe von 1,9 Millionen Schilling (138.078 Euro) ausgewiesen worden.

Günter Weninger, ÖGB-Vizepräsident und Finanzchef, habe tief in "diverse Trickkisten der Bilanzierung" greifen müssen, um dem ÖGB einen Verlust von rund 130 Mill. S (9,45 Mill. Euro) zu ersparen. Nur Immobilienverkäufe und die Auflösung von Rücklagen hätten ein "sattes Minus" verhindern können.

Schuld an den Finanzproblemen seien u.a. der Kampf um die Absetzung des früheren Hauptverbands-Präsidenten, Hans Sallmutter, die Urabstimmung, die Strukturreform sowie die beschlossene Fusion von Metallern und Privatangestellten gewesen. Insgesamt seien die Aufwendungen des ÖGB um 166 Mill. S (12,06 Mill. Euro) auf fast drei Milliarden S (218 Mill. Euro) gestiegen. Gleichzeitig gebe es aber, durch weniger Mitglieder, auch weniger Einnahmen.

FORMAT listet einige Punkte aus internen Papieren auf:

  • Presse- und Informationsarbeit, für die Zeitschrift "Solidarität" um 14 Mill. S (1,017 Mill. Euro) auf 183 Mill. S (13,30 Mill. Euro),
  • die Gesamtwerbekosten um 78 Prozent auf 84 Mill. S (6,10 Mill. Euro) gestiegen,
  • die Berufshaftpflichtversicherung sei erstmals mit 27 Mill. S (1,96 Mill. Euro) in die Bücher eingegangen.
  • Den größten Brocken mit rund 1,2 Mrd. S (87,2 Mill. Euro) hätten aber die Personalkosten verursacht.
  • Die Pensionsansprüche für Funktionäre seien um 54 Mill. S (3,92 Mill. Euro) aufgestockt worden,
  • Löhne und Gehälter bei 836 Mill. S (60,8 Mill. Euro) stabil geblieben.

    Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT.

    18.7.2002 15:18