NEWS: Günstige "Hausmarken" verdrängen Ladenhüter
- Bedrohung für teurere Marken-Artikel
- Rewe-Boss Schalle: "Dritt- und Viertmarken müssen weg"
Aus und raus. In der größten Bereinigungsaktion aller Zeiten macht der Handelsgigant Rewe Austria derzeit Schluss mit umsatzschwachen Ladenhütern. Bei Merkur fliegen rund 3.000 der insgesamt 15.000 Markenartikel aus den Regalen, bei Billa von 7.500 knapp 500. Ersetzt werden die Brands durch Eigenmarken wie "Chef Menü", "Quality Line", "Clever" oder "Ja! Natürlich".
"Dritt- und Viertmarken müssen weg", argumentiert Rewe-Austria-General Veit Schalle, "die kosten nur Regalfläche und damit Geld".
Der heimische Marktführer liegt damit voll im Trend. Auch bei Spar, Adeg, Zielpunkt & Co ziehen die Erzeuger mehr oder weniger klingender Marken zugunsten tiefpreisiger No-Name-Anbieter zusehends den Kürzeren.
Bedrohung für Marken-Artikel
Für die erfolgsverwöhnte Markenartikel-Industrie wird der Durchmarsch der Handelsmarken im Lebensmittelhandel und bei Drogeriemärkten schön langsam zum ernsthaften Problem. "Die Situation ist europaweit nicht lustig und eine klare Bedrohung der Markenartikel-Industrie", meint Friedrich Stara, Chef von Henkel Austria und Präsident des österreichischen Markenartikel-Verbandes, "durch die Stagnation der Wirtschaft und die Euro-Umstellung steht im Handel leider allzu sehr der Preis und nicht die Qualität im Vordergrund."
Tatsächlich wird der Verdrängungswettbewerb im stagnierenden Einzelhandel primär über den (Tief-)Preis ausgetragen. Verstärkt wird der Trend zur billigen Handelsmarke durch die Umsatzzuwächse der fast ausschließlich mit Eigenmarken operierenden Diskonter Hofer und Lidl.
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