US-Institut: Österreich 15. bei Wirtschaftsfreiheit
- Cato-Institut: Gutes Rechtssystem, schlechter öffentl. Sektor

Österreichs Wirtschaft steht unter 173 Staaten weltweit an 15. Stelle - was die "Freiheit" betrifft. Das geht aus einer Studie des Washingtoner Cato-Instituts hervor. Gleichauf mit Belgien, Chile und Deutschland erhielt Österreich 7,5 von zehn möglichen Punkten. Spitzenreiter ist, trotz chinesischer Herrschaft, Hongkong mit 8,8 Punkten.
Die kürzlich veröffentlichte Wertung bezieht sich auf Wirtschaftsdaten des Jahres 2000.
Österreich vorbildhaft
Österreich sei wirtschaftlich zunehmend unabhängiger geworden, sagte der ÖVP-Europaabgeordnete Paul Rübig zu diesem Ergebnis. Besonders positiv sei, dass Österreich bei der rechtlichen Struktur und der Sicherung von Eigentumsrechten international auf dem 5. Rang liege, so Rübig. Die richterliche Unabhängigkeit, die Sicherung geistigen Eigentums und die Integrität des gesamten rechtlichen Systems seien dabei vorbildhaft.
Die drei Spitzenplätze fallen auf Hongkong, Singapur und - wen wundert's? - die USA. Vor Österreich liegen unter anderem die EU-Staaten Luxemburg, Dänemark, Finnland, Niederlande, Irland und Großbritannien. Auch Neuseeland, die Schweiz, Kanada, Australien und Island liegen vor Österreich. Am Schluss der Tabelle liegen vor allem Staaten in Afrika, aber auch Russland oder die Ukraine.
Die Kriterien
Die Studie unterscheidet für den Berichtszeitraum fünf Bereiche: Größe des öffentlichen Sektors bzw. Steuern, Rechtsrahmen und rechtliche Sicherheit, Zugang zu Finanzen, Freier Zugang zu ausländischen Wirtschaftsakteuren sowie Regulierung des Kredit- und Arbeitsmarktsektors.
Großer Öffentlicher Sektor
Bei der Größe des öffentlichen Sektors und dem Steueraufkommen lag Österreich nur an 107. Stelle unter 173 Staaten. Auch bei der Regulierung schnitt Österreich schlecht ab und kam nur auf die 45. Stelle, vor allem der Arbeitsmarkt wurde vom US-Institut als wenig frei eingestuft (65. Stelle). Dafür lag Österreich bei der Rechtssicherheit an 5. Stelle aller untersuchten Länder, beim Zugang zu ausländischen Wirtschaftsakteuren gab es einen elften, beim Zugang zu Finanzen einen 15. Platz.
In der Cato-Untersuchung hat Österreich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich mehr Punkte erzielt. 1995 gab es mit 7,0 Punkten Rang 29, 1990 mit 6,8 Punkten Rang 17, 1985 mit 6,3 Punkten Rang 21. 1970 reichten 6,2 Punkte nur für Rang 24.
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