Dienstag, 16. Juli 2002

Wolford 2001/2002 mit Riesenloch in der Bilanz

  • EGT drehte von plus 286.000 auf minus 5,84 Mill. Euro
  • Jahresfehlbetrag bei 4,6 Mill. Euro

Der börsenotierte Vorarlberger Strumpf-, Body- und Wäschekonzern Wolford hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 (per 30.4.) noch schlechter abgeschnitten als erwartet. Waren die Analysten im Schnitt von einem negativen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 4,5 Mill. Euro ausgegangen, legte der Luxusstrümpfekonzern heute ein EGT von minus 5,84 Mill. Euro vor.

Darin enthalten waren Einmalkosten von insgesamt 4,2 Mill. Euro aus Boutiquenschließungen und außerordentlichen Abschreibungen in den USA. Die Dividende fällt bereits zum zweiten Mal in Folge aus, wurde bei der heutigen Pressekonferenz bekannt.

Optimismus
Für heuer gibt sich Wolford-Vorstandschef Fritz Humer dennoch optimistisch: Der Umsatz soll zumindest auf dem Vorjahresniveau von 137,6 (2000/01: 143,9) Mill. Euro gehalten und bereits der Turnaround erreicht werden. Die Hoffnungen von Humer fußen vor allem auf den Wegfall der Einmalkosten, den getätigten Einsparungen, aber auch den neuesten Produktinnovationen, wie etwa einer besonders feinen Naturfaser.

Die Bilanz des Strumpfkonzerns für das vergangene Geschäftsjahr fiel nach jahrelangen Ergebnisrückgängen tiefrot aus. Der Jahresüberschuss drehte von plus 744.000 Euro (die Differenz zu den Vorjahresangaben von 680.000 Euro geht auf veränderte Bilanzierungsregeln nach IAS zurück) auf minus 4,597 Mill. Euro - minus 0,97 Euro je Aktie. Auch das Betriebsergebnis (EBIT) fiel inklusive Restrukturierungsaufwendungen mit minus 2,47 (plus 3,05) Mill. Euro negativ aus, das Finanzergebnis verschlechterte sich trotz massiven Schuldenabbaus auf minus 3,37 (minus 2,76) Mill. Euro.

Die Bankverbindlichkeiten wurden im Vorjahr von 87,4 auf 64,5 Mill. Euro reduziert. Die Mittel dazu stammten vor allem aus dem Verkauf von Wertpapieren im Ausmaß von 26 Mill. Euro. Verbesserungen gab es auch im Umlaufvermögen durch den Abbau von Lagerbeständen. Die Eigenkapitalquote von Wolford verbesserte sich damit von 34,2 auf 38,8 Prozent, weitere Maßnahmen seien derzeit nicht notwendig, sagte Finanzvorstand Peter Simma.

Weniger Vollzeit-Kräfte
Die Zahl der Vollzeitmitarbeiter wurde im Jahresdurchschnitt um 66 auf 1.814 reduziert. Zum Bilanzstichtag 30.4. waren bei Wolford 1.693 Mitarbeiter beschäftigt, um 200 weniger als im Jahr davor. Dies wird laut Simma im laufenden Geschäftsjahr - ähnlich wie im Vorjahr zu Einsparungen von rund 5 Mill. Euro führen. Laut Wolford-Chef Humer ist der Personalabbau damit vorerst abgeschlossen.

Die Summe der laufenden Einsparungen beziffert der Finanzvorstand mit zwei Mill. Euro. Damit sollte es auch bei stagnierenden Umsätzen gelingen, heuer ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen.

16.7.2002 13:53