Montag, 15. Juli 2002

Bush redet - und der Dow fällt

  • Analyst wünscht sich schweigsameren US-Präsidenten

Die am Montag kurzfristig angesetzte Rede von US-Präsident George W. Bush in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama, bei der er die Stärke der US-Wirtschaft beschwor, hat die Börsen nicht beruhigt. Die Rede hatte die Aktienmärkte vielmehr weiter auf Talfahrt geschickt.

Zu Beginn seiner Ansprache lag der Dow Jones Index bei minus 250 Punkten gegenüber Handelsbeginn, als Bush zu sprechen aufhörte, hatte das Börsenbarometer gerade drei Punkte gewonnen und notierte bei 8.437, minus 247 Punkte. Als die Börsen die Ansprache "verdaut" hatten stürzte der Dow umgehend auf mehr als 300 Punkte minus ab.

Ein Analyst des Fortune Magazine zeigte trotz der fast panikartigen Stimmung an der Wall Street Humor und präsentierte sein scheinbar einfaches Rezept für einen Aufschwung: "Lasst Bush einfach nicht mehr über die Stärke der amerikanischen Wirtschaft sprechen", schlug Andy Serwer im CNN-Interview vor: "Jedes Mal wenn er das tut fallen die Börsen um rund 300 Punkte."

Schon am vergangenen Dienstag hatte der Präsident mit einer Rede an der Wall Street versucht, den angeschlagenen Finanzmärkten zu einem neuen Aufwärtstrend zu verhelfen und das Vertrauen der Investoren wieder herzustellen. Da seine Vorschläge zu einer Reform der Börsenaufsicht vom Markt als zu milde bewertet wurden, fiel der Dow Jones an dem Tag um 178,8 Punkte oder 1,93 Prozent auf 9.096,09 Einheiten.

15.7.2002 20:12