Montag, 15. Juli 2002

Feratel-Aktie stürzt um 21 Prozent auf Rekordtief

  • Bilanz 2001/02 wegen drastischer Abschreibungen tiefrot
  • Seit Emission 2000 verlor Aktie 70 Prozent

Die Aktie des Innsbrucker Medienunternehmens Feratel ist am Montag regelrecht abgestürzt. Am frühen Nachmittag notierte der Titel mit 5,01 Euro um gut 21 Prozent schwächer und damit auf einem neuen Rekordtief. Seit ihrer Erstnotiz am 17. Juli 2000 haben Feratel - die Aktie wurde zu einem Preis von 16,50 Euro ausgegeben - fast 70 Prozent verloren.

Hintergrund des heute deutlich beschleunigten Kursverlusts dürfte sein, dass Feratel in der vergangenen Woche mit einer Ergebniswarnung den Markt negativ überrascht hatte. "Außerplanmäßige" Firmenwertabschreibungen von 12,5 Mill. Euro in der Sparte Neue Medien lassen für das Geschäftsjahr 2001/02 (per Ende April) eine tiefrote Bilanz erwarten. "Wir werden im Gesamtergebnis tiefrot sein", hatte Vorstandschef Markus Schröcksnadel bestätigt. Alle Neue Medien-Beteiligungen seien auf Null abgeschrieben worden. Feratel gibt am Freitag die endgültigen Geschäftszahlen für 2001/02 bekannt.

Das Geschäft mit Wetter-Informationen für den mobilen Telekomsektor sowie das Internet stecke "noch in den Kinderschuhen". Hier hätten die Beteiligungsfirmen von Feratel stark auf eine Umsatzausweitung gesetzt, die gegenüber früheren Prognosen ausgeblieben sei, hatte Schröcksnadel die Abschreibungen begründet.

Neben der noch jungen Sparte Neue Medien ist die Feratel-Gruppe vor allem auf Live-Wetter- und Panorama-TV sowie auf Tourismus-Software (etwa für Hotelbuchungssysteme) spezialisiert. Der konsolidierte Konzernumsatz wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 nach vorläufigen Zahlen um rund 22 Prozent auf 18,2 Mill. Euro.

15.7.2002 15:22