Donnerstag, 18. Juli 2002

Pasching & Admira stellen die Bundesliga auf den Kopf

  • "Abstiegskandidaten" führen nach zwei Runden Tabelle an
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Die österreichische T-Mobile Fußball-Bundesliga steht nach den ersten beiden Runden Kopf. Die vor Meisterschaftsbeginn als aussichtsreichste Abstiegskandidaten gehandelten SV Pasching und Admira Wacker führen die Tabelle mit sechs Punkten an und lassen damit weit höher eingeschätzte Teams wie die Wiener Austria, GAK oder Sturm Graz hinter sich.

Trotz des beeindruckenden Starts seiner Mannschaft versucht Paschings Erfolgstrainer Georg Zellhofer auch nach dem 2:0 beim Meisterschafts-Co-Favoriten GAK die Euphorie zu bremsen. "Ich sehe das alles realistisch. Ich weiß, wie das Profi-Geschäft ist und kenne auch die Kehrseite", mahnt Zellhofer, der bei allem Tiefstapeln auch lobende Worte für seine Spieler fand. "Fakt ist, wir sind ein starkes Kollektiv."

Kahraman ist der Kopf von Pasching
Ein Spieler freilich ragt im Moment aus der homogenen Truppe heraus. Volkan Kahraman entwickelt sich immer mehr zur bestimmenden Persönlichkeit im Spiel der Oberösterreicher. "Als er zu uns gekommen ist, hatte er viele Probleme und war im Kopf nicht frei. Jetzt hat er sich gesteigert und ist sehr lernwillig, aber es fehlt noch einiges. Er hat Defizite im Zweikampfverhalten und ist für sein Können einfach zu wenig torgefährlich", sieht Zellhofer bei seinem Regisseur noch großes Steigerungspotenzial.

Von Spiel zu Spiel denken
Wie lang der Höhenflug der Paschinger noch anhalten wird, wagt Zellhofer nicht zu prognostizieren. "Wir müssen erst noch alles bestätigen und von Spiel zu Spiel denken. Uns fehlt es noch an Routine und Abgeklärtheit. Gegen den GAK in Graz zu gewinnen ist gut und schön, aber das sind nur drei Punkte, mehr nicht. Wer sagt denn, dass wir das nächste Heimspiel gegen Salzburg nicht verlieren können?", meinte Zellhofer. Der Pasching-Coach, der nach seiner Knie-Operation im Schwarzenegger-Stadion von Co-Trainer Ernst Baumeister vertreten wurde, leitet voraussichtlich ab Montag wieder das Training des Sensations-Aufsteigers.

Admira mit viel Glück
Auch Admira-Coach Walter Knaller ist kein Mann großer Sprüche. "Es war ein kurioses Spiel, denn Rapid war praktisch über 90 Minuten drückend überlegen. Im Frühjahr hätten wir so eine Partie verloren, jetzt ist das Glück zurückgekehrt, wir haben es uns aber auch erarbeitet", meinte der frühere Goalgetter nach dem 2:1 im Happel-Stadion über Rapid.

In 14 Spielen kein Sieg
Während Knaller mit Admira im Frühjahr in 14 Spielen keinen vollen Erfolg landete, fuhren die Südstädter zum Saisonstart in zwei Spielen ebenso viele Siege ein. "Uns kommt nun zu Gute, dass wir den Weg durchgezogen haben, der im Frühjahr eingeschlagen wurde", erklärte Knaller. Trotz der langen Ungewissheit rund um die "Causa Tirol" sei die Kaderplanung stets im Hinblick auf eine Teilnahme in der Ersten Liga erfolgt. "Der einzige Spieler, den wir für die Bundesliga geholt haben, war Iwan von der Austria."

18.7.2002 12:31