Freitag, 19. Juli 2002

Spanier Corretja ist Sieger bei Generali Open!

  • Glatter Dreisatz-Sieg gegen Landsmann Juan Carlos Ferrero
  • Plus: Alle Infos zum Tennis-Spektakel in Kitzbühel

Alex Corretja ist zum zweiten Mal Sieger der Generali open in Kitzbühel. Der 28-jährige Spanier, der bereits vor zwei Jahren triumphiert hatte, entschied das Finale des mit einer Million Dollar dotierten ATP-Tennisturniers gegen seinen um sechs Jahre jüngeren Landsmann Juan Carlos Ferrero in 1:53 Stunden mit 6:4,6:1,6:3 für sich.

Er wurde für den 17. ATP-Titel seiner Karriere mit 141.700 Dollar bzw. 60 Punkten für das Champions Race belohnt.

Dominator Corretja
Der Halbfinalist der French Open, vor Kurzem bereits zum dritten Mal in Gstaad erfolgreich, war der große Dominator dieses Turniers. Er trug sich wie zuletzt 1997 der Belgier Filip Dewulf ohne Satzverlust in die Siegerliste ein und gab in fünf Partien lediglich 21 Games ab. Außerdem rückte er in dieser Woche in Tirol in den elitären Kreis jener Spieler auf, die auf der ATP-Tour über 400 Siege geschafft haben. Mit seinem ersten Erfolg im dritten ATP-Duell mit dem French-Open-Finalisten Ferrero hält der ATP-Weltmeister von 1998 bei 401 Siegen, was in dem von Pete Sampras angeführten Ranking (752) Platz 13 bedeutet.

"Das war eines meiner besten Turniere, noch besser als Gstaad. Ich habe in dieser Woche mein bestes Tennis gespielt und drei der weltbesten Sandplatzspieler geschlagen", freute sich Corretja, der ja auf dem Weg ins Finale auch den starken Argentinier Gaston Gaudio sowie den dreifachen Kitzbühel-Sieger Albert Costa bezwungen hatte. "Dass mir das bei einem derart stark besetzten Turnier ohne Satzverlust gelingt, hätte ich nie gedacht", gestand der strahlende Sieger, der im anschließenden Doppelfinale auf das erste "Double" seiner Karriere los ging.

Mit Relaxtheit geht alles besser
"Ich muss aber weiter hart arbeiten, damit ich dieses hohe Niveau halten kann", verkündete Corretja, der Ende 2001 und Anfang dieses Jahres noch etliche Probleme hatte. "Vor den French Open habe ich aber wieder meine Motivation gefunden und seither bin ich wieder ein anderer Mensch. Nicht nur auf dem Court, sondern überall, ich bin jetzt immer richtig relaxed", verriet der Spanier, der wegen leichter Magenprobleme und der vielen Matches in Kitzbühel noch eine Absage des geplanten Trips zum Masters-Series-Turnier nach Toronto überlegte.

Das Match hatte er trotz einiger Volley- und Aufschlagprobleme zu Beginn laut eigenen Angaben stets unter Kontrolle. "Ich habe immer gefühlt, dass ich ihn jederzeit breaken kann. Ich habe tief und lang retourniert und immer mit der Vorhand attackiert, das war der Unterschied", urteilte der Sieger. Seinen Freund tröstete er damit, dass er ja um etliche Jahre jünger sei und noch viele große Erfolge vor sich habe.

Nervosität zu Beginn
Spielerisch wurde allerdings das vierte rein spanische Endspiel in Kitzbühel bei hochsommerlichen Temperaturen nicht ganz den hohen Erwartungen gerecht, obwohl einander zwei der weltbesten Sandplatzspieler gegenüberstanden. Vor allem zu Beginn wirkten beide sehr nervös. Die Folgen waren erstaunlich viele Fehler auf beiden Seiten und im ersten Set nicht weniger als sieben Breaks. Die Entscheidung fiel, als Corretja seinem Landsmann und Freund zum vierten Mal den Aufschlag zum 6:4 abnahm. Danach agierte der als Nummer acht gesetzte Routinier konstanter und legte mit schnellen Breaks in den nächsten zwei Sätzen den Grundstein zum letztlich souveränen Sieg. Ferrero, dem offenbar doch die zwei Kraft raubenden Partien an den zwei Tagen zuvor noch in den Beinen steckten, vermochte der Partie keine Wende mehr zu geben und beendete das Match mit einem Rückhandschlag ins Out. Der diesjährige Monte Carlo-Sieger muss damit weiter auf den achten Titel seiner Karriere warten.

Ferrero nicht auf der Höhe
Der als Nummer zwei gesetzte Ferrero, in der kommenden Woche beim Masters in Toronto möglicher Zweitrunden-Gegner von Stefan Koubek, spielte im Finale nicht auf seinem höchsten Level, was 43 Eigenfehler deutlich zeigen. "Ich war von den vorherigen Drei-Satz-Partien doch etwas müde und hatte viel weniger Zeit zum Regenerieren als Alex, dadurch habe ich mich nicht gut bewegt und nicht solide genug gespielt", resümierte der geschlagene Finalist. Er nahm aber die Niederlage gegen seinen routinierteren Landsmann nicht weiter tragisch und erkannte die Überlegenheit Corretjas neidlos an. "Wenn man so ein Turnier ohne Satzverlust gewinnt, dann ist er ein würdiger Sieger. Aber ich komme nächstes Jahr wieder", versprach Ferrero. Zusatz: "Vielleicht gelingt dann mir hier die erste Sieg".

19.7.2002 10:53