IOC will Gigantismus bei Olympia Einhalt gebieten
- Erste Auswirkungen in Turin 2006 und in Peking 2008

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will 2004 dem Gigantismus Olympischer Spiele Einhalt gebieten. Einen entsprechenden Fahrplan hat die von IOC-Präsident Jacques Rogge (Bild) eingesetzte Studienkommission in der vergangenen Woche bei einer zweitägigen Sitzung in Lausanne festgelegt. Die Entscheidungen würden erste Auswirkungen auf die Winterspiele 2006 in Turin und auf die Sommerspiele 2008 in Peking haben. Voll wirksam könnten sie erst jeweils vier Jahre später werden. Der kanadische Kommissionsvorsitzende Richard Pound sprach in einer am Montag veröffentlichten IOC-Erklärung von einer "Herausforderung für das nächste Jahrzehnt".
Rogge hatte es bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr als eines seiner wichtigstes Ziele bezeichnet, die Spiele "leichter organisierbar zu machen und dabei die Kosten zu reduzieren". Die reinen Organisationskosten für Sommerspiele betragen gegenwärtig etwa zwei Milliarden Dollar (gut zwei Milliarden Euro), die für Winterspiele rund 1,5 Milliarden Dollar. Die Zahl der Akkreditierungen ist für beide Großveranstaltungen zusammen auf über 200.000 gewachsen, davon allein rund 120.000 für die Sommerspiele. Diese Zahlen sollen deutlich reduziert werden. Dabei geht es wesentlich auch darum, den finanziellen Aufwand beim Bau von Wettkampfstätten zu vermindern.
Zumindest festschreiben will das IOC das Programm von Sommerspielen, bei denen gegenwärtig 300 Medaillenwettbewerbe in 28 Sportarten ausgetragen werden. "Wir werden von 27 bis 29 Sportarten ausgehen. Alles andere führt zu einem logistischen Albtraum. Wir können maximal 300 Entscheidungen durchführen." Mit dieser Vorgabe war die Kommission in ihre erste Arbeitssitzung gegangen. Unproblematisch sieht die IOC-Spitze die Zahlen für die ebenfalls über 17 Tage gehenden Winterspiele mit gegenwärtig 2500 Sportlern und 78 Wettbewerben.
Einen vollständigen Bericht will die Studienkommission der 115. Vollversammlung im kommenden Juni in Prag vorlegen. Erste Aspekte der Reformen sollen bereits bei der Außerordentlichen Vollversammlung im November in Mexiko-Stadt diskutiert werden. "Entscheidend ist für uns, dass wir zusammen mit unseren Partnern in der Olympischen Familie den Mut haben zu Entscheidungen, damit die Olympischen Spiele als größtes Sportereignis organisierbar bleiben", sagte Rogge.
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