Rom will Axum-Obelisken an Äthiopien zurückgeben
- Wurde 1937 auf Befehl von Mussolini nach Rom geschafft
- Mediale Kritik an Rückgabe

Nach Jahrzehnte langem Streit mit der äthiopischen Regierung will Italien den weltberühmten "Obelisken von Axum" endgültig zurückgeben. Ein entsprechendes Dekret hat Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Freitag unterzeichnet. Der etwa 2000 Jahre alte und 24 Meter hohe Steinpfeiler stammt aus Axum, der Hauptstadt des einstigen äthiopischen Kaiserreichs. Italienische Truppen hatten ihn 1937 auf Befehl des faschistischen Diktators Mussolini nach Rom geschafft.
Immer wieder hatten die Regierungen in Addis Abeba die Rückgabe verlangt. Mehrfach war dies von italienischer Seite zwar versprochen, dann aber immer wieder verzögert worden. Allerdings äußerte die römische Zeitung "Il Messaggero" am Sonntag massive Kritik an der Rückgabe.
Blitz beschädigte Spitze des Obelisteken
Auch andere europäische Länder besäßen Kunstwerke aus Afrika und Asien und würden "nicht einmal daran denken", diese abzugeben, meinte das Blatt in einem Kommentar. Der mit Hieroglyphen bedeckte Obelisk, der ursprünglich ein Grabmal war, steht heute vor dem Sitz der UN- Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in der Nähe des römischen Kolosseums. Kürzlich schlug ein Blitz ein und beschädigte seine Spitze.
Italienische Medien berichten zudem von Problemen beim Transport des 150 Tonnen schweren Denkmals. Wahrscheinlich müsse es in Teile zerlegt werden. Auch wurde noch kein genaues Datum bekannt, wann der Obelisk nach Axum zurück soll, das in der heutigen Provinz Tigre im Norden des afrikanischen Landes liegt.
Addis Abeba verlangt die Rückgabe bereits seit Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem italienische Truppen in Äthiopien eingefallen waren. Mehrmals gab es eine Übereinkunft, vor fünf Jahren stellte Italien sogar etwa eine halbe Million Euro für den Transport in Aussicht - doch noch immer schmückt das afrikanische Kunstwerk die Ewige Stadt.
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