Grünen Özdemir erhielt Kredit von Hunzinger
- Privater Kredit in Höhe von 80.000 Mark

Nach Ex-Verteidigungsminister Scharping erscheint nun ein weiterer Politiker in schlechter Optik: Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Cem Özdemir, hat von dem PR-Unternehmer Moritz Hunzinger, der auch die umstrittenen Honorare an Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) gezahlt hatte, einen Kredit und ein Honorar erhalten.
Özdemir teilte am Samstag mit, Hunzinger habe ihm 1999 einen privaten Kredit in Höhe von 80.000 Mark zu einem Zinssatz von 5,5 Prozent gewährt. Diesen Kredit zahle er in monatlichen Raten von 2000 Mark (1022 Euro) ab. "Mit der Gewährung dieses Kredits waren für mich keine Pflichten verbunden", schreibt Özdemir. Er sei damals froh gewesen, dass ihm zügig und einfach aus einem finanziellen Engpass geholfen worden sei. "Mit meinem heutigen Kenntnisstand würde ich von einem solchen Vorgehen absehen." Er habe sich entschlossen, die noch ausstehenden Schulden bei Hunzinger sofort zu zahlen.
Er habe darüber hinaus ein Honorar der PR-Firma in Höhe von 2000 Euro für die Teilnahme an einer Veranstaltung der Firma Microsoft erhalten, welches er umgehend seiner Partei gespendet habe. Anderweitige Zahlungen habe er nicht von Hunzinger oder seiner Firma erhalten.
Das Magazin "Focus" hatte zuvor vorab berichtet, Özdemir habe von Hunzinger einen Kredit zu zinsgünstigen Bedingungen erhalten. Özdemir habe das Geld gebraucht, weil er seit seinem Eintritt in den Bundestag 1994 seinen Steuerpflichten nicht nachgekommen sei. "Focus" berichtet, Hunzinger habe gesagt, Özdemir zahle die Summe "brav zurück".
Scharping hatte von Hunzinger 140.000 Mark als Vorschuss für seine Memoiren und als Honorare für Reden erhalten. Das Geld habe er vollsteuert und für politische Arbeit oder für karitative Zwecke ausgegeben, hatte Scharping angegeben. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte ihn wegen der umstrittenen Honorarzahlungen entlassen, obwohl er betont hatte, dass es sich um eine politische Entscheidung, aber keine sachliche oder rechtliche Bewertung der Vorwürfe gehandelt habe.
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