"Körperwelten": Sibirische Häftlings-Leichen gekauft?
- Anklage nach Fund von Leichenteilen
- Sibirische Ärzte sollen gegen Vorschriften verstoßen haben

Aufregung Mitte Juli 2002: Für die umstrittene Austellung "Körperwelten" sollen Leichenteile von russischen Häftlingen verwendet worden sein. Nach der Entdeckung eines Schiffes mit Leichenteilen für ein medizinisches Institut in Deutschland haben die russischen Behörden Anklage gegen zwei Ärzte erhoben
Das berichtete die Zeitung "Nesawisimaja Gaseta". Die Mediziner werden dem Bericht zufolge verdächtigt, gegen Vorschriften zum Umgang mit Toten verstoßen und nicht die erforderliche Zustimmung der Hinterbliebenen zur Übergabe der Leichen an das Institut eingeholt zu haben.
Die insgesamt 56 Leichen und hunderte von Gehirnteilen sollten dem Bericht zufolge an das Heidelberger Institut von Gunther von Hagens gehen, der die umstrittene Ausstellung "Körperwelten" konzipierte. Dort sollten die Körperteile haltbar gemacht und zu wissenschaftlichen Zwecken zurück an die medizinische Akademie in Nowosibirsk gesandt werden.
Die Ermittlungen seien vor rund einem Jahr aufgenommen worden, nachdem das Schiff von Zollbeamten aufgehalten worden war. Dem Bericht zufolge stammten die Körperteile von verstorbenen Obdachlosen, Häftlingen und Psychiatriepatienten, deren Angehörige die Leichen nie abgeholt hätten.
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