Hunderttausend gedachten in Genua des blutigen G8-Gipfels 2001
- Massiver Polizeieinsatz verhindert Krawalle
- PLUS: Die Bilder des "Krieges" von Genua im Juli 2001
Unter massiver Polizeikontrolle haben rund 100.000 Menschen haben am Samstag Menschen am Samstag in Genua an einer Kundgebung zu Ehren des vor einem Jahr am rande des G-8-Gipfels erschossenen Carlo Giuliani teilgenommen. Zwei getrennte Demonstrantenzüge bewegten sich von der Piazza Alimonda, auf der Giuliani von einem Polizisten erschossen worden war, in Richtung Stadtzentrum. An der Demonstration nahmen auch seine Eltern teil. Der damals 23-jährige Giuliani war durch einen Pistolenschuss getötet worden, als er mit einem Feuerwehrlöscher auf ein Polizeiauto stürmte.
"Carlo ist mit uns, seine Ideen werden niemals sterben", war auf einem Spruchband der Demonstranten zu lesen. Für die italienische No Global-Bewegung ist Giuliani zu einer Art Symbolfigur geworden. Die Globalisierungsgegner riefen auch Slogans gegen die Polizei, die beschuldigt wurde, beim G-8-Gipfel mit beispielloser Brutalität gegen harmlose Demonstranten vorgegangen zu sein. Die Regierung von Silvio Berlusconi wurde beschuldigt, die für die Gewalttätigkeiten verantwortlichen Polizisten zu beschützen.
Um 17. 27 Uhr, dem exakten Sterbemoment Giulianis, wurde es auf der Piazza Alimonda still. Die Globalisierungsgegner ließen hunderte Luftballons steigen. Die Eltern und die Schwester Giulianis umarmten mehrere Demonstranten sowie die Frau des Literatur-Nobelpreisträgers Dario Fo, Franca Rame.
Aus Angst vor Ausschreitungen waren über 5.000 Polizisten im Einsatz. Zahlreiche Geschäftsleute hatten ihre Schaufenster verbarrikadiert. Zu Zwischenfällen kam es nicht, allerdings traten am Vormittag Spannungen auf. Gruppen von Globalisierungsgegnern pfiffen Gewerkschaftschef Sergio Cofferati und den Fraktionschef der Linksdemokraten in der Abgeordnetenkammer, Luciano Violante, aus. Die Demonstranten beschuldigten die hochrangigen Politiker der oppositionellen Mitte-Links-Allianz, die No Global-Bewegung nicht aktiv genug zu unterstützen. Violante forderte die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission zur Klärung der Ereignisse vor einem Jahr in Genua.
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