Drama in Mailand-Linate: Berlusconis Tochter im Jet
- Verkehrsminister unter Druck: 4 Fast-Kollisionen in einem Jahr!
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Crash vor 1 Jahr: 118 Tote in Mailand
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Nur 300 m Abstand: Ist das genug?
Der Horror-Flughafen Linate bei Mailand: Schlampige Lotsen, Bodenradar nicht eingeschaltet - oder defekt, vier Fast-Kollisionen in einem Jahr. Piloten fürchten sich bei jedem Start, bei jeder Landung. Zu Recht! Mitte Juli sind wieder zwei Jets nur knapp einem Crash entgangen. Schock für Staatschef Berlusconi: Seine älteste Tochter saß in einem der beiden Flugzeuge!
Wie Medien berichteten, waren Marina Berlusconi (34), ihr Lebensgefährte Maurizio Vanadia und ihre Mutter Carla Dell-Oglio, geschiedene Frau des Regierungschefs, an Bord eines Privatjets, der von Linate Richtung Marseille gestartet war. Dieser wäre beinahe mit einem Kleinflugzeug mit drei Personen an Bord kollidiert, der von einem Sportflugplatz bei Varese gestartet war.
Der Abstand zwischen den beiden Maschinen, die in rund 600 Meter Höhe flogen, betrug nur noch 30 Meter. Die Gründe, die zum Zwischenfall geführt haben, waren unbekannt. Die für die Sicherheit der zivilen Flüge zuständige Behörde Enav leitete eine Untersuchung ein.
Kommunikationsprobleme als Ursache?
An Bord der Kleinmaschine befanden sich ein Fluglehrer, eine Schülerin und ein dritter Passagier. Der verantwortliche Pilot, Giorgio Calastri, wurde beschuldigt, aus eigener Initiative und ohne Übereinstimmung mit der Radarkontrolle beschlossen zu haben, den Luftraum über Linate zu queren. Calastri wies den Vorwurf zurück und machte Kommunikationsprobleme mit der Radarkontrolle in Mailand für die Beinah-Kollision verantwortlich. Ihm wurde die Fluglizenz entzogen.
Die im dritten Monat schwangere Marina und die anderen Passagieren des Privatjets haben von dem Zwischenfall im Flugraum von Linate nichts bemerkt, berichteten Medien. Sie waren nach Marseille unterwegs, weil sie in der Berlusconi-Villa in der Provence einen Urlaub verbringen wollten. Marina ist Vizepräsidentin der von ihrem Vater gegründeten Medienholding Fininvest.
Verkehrsminister unter Druck
Wegen des Zwischenfalls in Linate ist Verkehrsminister Pietro Lunardi stark unter Druck geraten. Die Oppositionsparteien sparten nicht mit Kritik: In einem Jahr seien bereits vier Beinah-Kollisionen gemeldet worden. Hinzu kommt noch die Katastrophe vom 8. Oktober 2001, bei der in Linate 118 Personen ums Leben gekommen sind. Damals war ein deutscher Privatjet mit einer skandinavischen SAS-Maschine in Linate zusammengeprallt.
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