Mubarak lehnt Reise nach Jerusalem ab
- Absage an US-Kongresspolitiker
- Auch Friedensnobelpreis kein Lockmittel

Mubarak will nicht nach Israel reisen: Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak will nicht dem Beispiel seines ermordeten Amtsvorgängers Anwar Sadat folgen und den Nahost-Friedensprozess mit einer spektakulären Israel-Reise wieder in Gang bringen. Das erklärte Mubarak in einem am Montag in der ägyptischen Presse veröffentlichten Interview mit einem kuwaitischen Journalisten.
Bei seinem Besuch in Washington im Juni hätten ihn amerikanische Kongressabgeordnete zu einem Besuch in Jerusalem gedrängt, sagte Mubarak. "Ich lehne einen Besuch ab, der kein Ziel, kein Ergebnis, keine Vision und keine endgültige Regelung bringt, mit der die Rechte (der Palästinenser) garantiert werden", betonte der ägyptische Präsident.
Die amerikanischen Politiker hätten ihm gesagt, für eine solche "Geste des guten Willens" könne er wie einst Sadat den Friedensnobelpreis erwarten, fügte Mubarak hinzu. Doch auch dies habe ihn nicht überzeugen können. Sadat war 1977 überraschend nach Jerusalem gefahren und hatte vor der Knesset gesprochen. 1979 schlossen Israel und Ägypten den Separatfrieden von Camp David.
Vor einigen Tagen hatten der Vorsitzende des Geheimdienste-Ausschusses des US-Senats, Bob Graham, und weitere US-Parlamentarier in Kairo mit Mubarak gesprochen. Am Montagnachmittag wollte Mubarak in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria mit dem Vorsitzenden der israelischen Arbeiterpartei, Verteidigungsminister Benjamin Ben- Eliezer, über die Situation in den Palästinensergebieten sprechen. Mubarak empfängt in Alexandria außerdem den palästinensischen Kommunalminister Saeb Erekat.
Mubarak hatte wiederholt scharfe Kritik an der amerikanischen Nahost-Politik geübt. Die von den USA angeführte "Allianz gegen den Terror" sei "zweckentfremdet" worden, um "politische Vorteile für Israel auf Kosten der arabischen und moslemischen Staaten" zu erreichen, sagte er. Die Kampagne gegen den Terrorismus sei von den USA missbraucht worden, um den palästinensischen Widerstand gegen die israelische Okkupation zu unterdrücken.
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