Samstag, 20. Juli 2002

Karussell der Verdächtigungen dreht sich

  • Wer ist der "Umfaller", der Gauggs Bestellung verhinderte?
  • FP-Payrleithner: Kann nur ein VP-Mitglied gewesen sein

Das Rätselraten um den "Umfaller" aus den Koalitionsreihen in der Pensionsversicherungsanstalt dauert an. Der FPÖ-Vertreter Johann Payrleithner wies Spekulationen zurück, er könnte gegen seinen Parteifreund votiert haben. "Es kann nur einer aus der ÖVP gewesen sein".

Das Karussell der gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen ÖVP und FPÖ, wer am vergangenen Donnerstag im Überleitungsausschuss gegen den geplanten Sondervertrag für den stellvertretenden Generaldirektor, den FPÖ-Abg. Reinhart Gaugg, gestimmt hat, dreht sich weiter.

Die FPÖ beschuldigt im Gegenzug den stellvertretenden Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Günther Trausznitz (V), weil dieser unter dem direkten Einfluss seines Chefs Wolfgang Katzian (S) stehe. Trausznitz selbst war am Montag wegen eines Urlaubs für die APA nicht erreichbar, laut "profil" weist er aber den Vorwurf zurück. Fraktionsvorsitzende Brigitte Engelhardt hatte bereits vorige Woche betonte, dass sicher niemand aus der ÖVP für die achte Nein-Stimme gesorgt habe.

Für Payrleithner ist hingegen klar, dass nur ein VP-Mitglied mit den sieben SP-Vertretern gegen Gaugg gestimmt haben könne, weil er ebenso wie sein FPÖ-Kollege Martin Graf offen abgestimmt habe. Es habe zwar eine Wahlzelle gegeben, die Stimmzettel seien jedoch an den Tischen verteilt worden und er habe ebenso wie Graf den Stimmzettel gleich am Tisch ausgefüllt. Damit habe Graf gesehen, wie er abgestimmt habe, sagte Payrleithner. Graf, der sich derzeit auf Urlaub in der Türkei befindet, hatte bereits vorige Woche erklärt, dass die beiden FP-Vertreter offen abgestimmt hätten.

Die Verdächtigungen, dass er gegen Gaugg gestimmt haben könne, sind für Payrleithner zwar "unfair" und "vollkommen unverständlich", er hat aber auch eine Erklärung dafür: Er habe auch in der Öffentlichkeit in der Vergangenheit gesagt, "was mir nicht gefällt". So habe er von Haus aus dafür plädiert, dass Gaugg sein Nationalratsmandat zurücklegen sollte, weil er nicht beide Funktionen gleichzeitig ordentlich ausüben könne.

Kritisch äußerte sich Payrleithner zur Forderung der FPÖ-Führung nach einer Ablöse der PVA-Spitze. Das sei "technisch nicht machbar", sie sei gerade erst gewählt worden. Das gelte auch für Generaldirektor Ewald Wetscherek.

20.7.2002 09:04