Misshandlungsvorwürfe gegen österreichische Polizei
- Angeblich mit Jugoslawien Pistolen und Gewaltanwendung
- Wagen BP-14-11 zu Tatzeit nicht unterwegs

Schwere Vorwürfe gegen österreichische Polizisten: Angeblich wurden neun jugoslawische Bürger auf ihrer Durchreise in Österreich misshandelt. Dies berichteten am Freitag die in Belgrad erscheinende Zeitung "Politika" und die in Frankfurt in serbischer Sprache erscheinende Zeitung "Vesti". Dieser Vorfall habe sich Montag Nacht ereignet, als der aus Münster kommende Reisebus mit drei Chauffeuren und sechs Passagieren nahe Wien von Polizisten aufgehalten worden sei. Seitens der Polizei heißt es dazu: Der Wagen mit dem kolportierten Kennzeichen BP-14-11, mit dem die beschuldigten Beamten gefahren sein sollen, sei zum Tatzeitpunkt nicht im Einsatz gewesen.
Mit "Verwunderung" reagierte die Polizei der Bundeshauptstadt am Freitag auf Berichte, wonach am Wochenende neun jugoslawische Bürger bei ihrer Durchreise durch Österreich im Raum von Wien von Beamten bedroht und misshandelt worden seien. Die in Frankfurt in serbischer Sprache erscheinende Zeitung "Vesti" hatte am Freitag berichtet, in der Nacht auf Sonntag (rpt. Sonntag) sei der aus Münster kommende Reisebus mit drei Chauffeuren und sechs Passagieren nahe Wien von Polizisten angehalten worden.
Nach Angaben des Lenkers Dragan Milosevski seien zwei (rpt. zwei) Polizisten mit der Pistole in der Hand aus einem zivilen gelben Ford Mondeo mit dem Kennzeichen BP-14-11 gesprungen. Ein Polizist habe sofort mit seinem Knüppel gegen die Windschutzscheibe geschlagen. Die Passagiere, darunter zwei Kleinkinder, seien aus dem Bus gedrängt worden und hätten "große Angst" gehabt.
Ein Beamter habe seinem Kollegen Petar Radovic die Pistole auf den Hals gedrückt und begonnen ihn zu stoßen, behauptete Milosevski. Als der Passagier Nijaz Mamutovic in deutscher Sprache die Polizisten fragen wollte, warum sie "wie Terroristen" behandelt würden, hätte er einen Schlag ins Gesicht bekommen.
Danach hätte ein Beamter die Zahlung einer Strafe von 35 Euro verlangt. Sein Kollege habe ihm aber gesagt, dass dies viel zu wenig sei, "weil Jugoslawen genug Geld" hätten. Erst nachdem sie 135 Euro gezahlt hätten, hätten die Polizisten ihre Waffen eingesteckt und seien mit dem Auto davon gerast, schilderte Mamutovic.
Der Pressesprecher der Wiener Polizei, Mag. Walter Hladik, konnte sich die Angaben der Jugoslawen nicht erklären. Eine Rückfrage habe ergeben, dass die BPD Wien in ihrem Fuhrpark keinen gelben Ford Mondeo habe, sagte Hladik auf APA-Anfrage. Der Pkw mit der Nummer BP-14-11 sei ein als Streifenwagen kenntlicher weißer Ford Escort, und dieser sei sowohl in der Nacht auf Sonntag wie auch in der Nacht auf Montag nicht gefahren. Bei dem Auto handle es sich um ein so genanntes Transportbegleitfahrzeug, wie es bei Fahrten von überbreiten Schwer-Lkw oder von Panzerkolonnen eingesetzt werde. Die Polizeidirektion würde dennoch ihre internen Erhebungen fortsetzen, sagte Hladik.
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