Mittwoch, 17. Juli 2002

Haider lädt irakische Kinder ein, Wien zahlt

  • Stadt übernimmt Behandlung von sieben der 15 Kinder

Die Stadt Wien kommt für die Behandlung von sieben der kolportierten 15 Kinder auf, die der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) im Zuge seiner Irakreise zur medizinischen Versorgung nach Österreich eingeladen hat. Wie die Wiener Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann (S) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt gab, werden dazu Gelder aus dem Medizinischen Hilfsfonds der Stadt verwendet. Kritik übte sie an der Vorgangsweise Haiders: Dieser habe die Kinder eingeladen, ohne die Kosten zu tragen.

Sie selbst sei davon ausgegangen, dass der Hilfsfonds der FPÖ für die Behandlung aufkommen werde, sagte Pittermann: "Wenn er sie einlädt, bezahlt er das natürlich." Ein Brief aus dem Sozialministerium habe sie dann eines Besseren belehrt. Darin baten Sozialminister Herbert Haupt (F) und Gesundheitsstaatssekretär Reinhard Waneck (F) den Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), die Behandlung für sieben der Kinder zu übernehmen, so die Stadträtin.

Mit Geldern aus dem Hilfsfonds werde man den Kindern eine medizinische Versorgung in Wien ermöglichen, sagte Pittermann. Vier der Patienten werden demnach ins AKH eingeliefert. Sie leiden an Löchern in der Herzscheidewand. Die restlichen drei kommen in die Rudolfsstiftung. Dort werden ihre Augen- bzw. Kehlkopfkrankheiten behandelt, hieß es.

Der Medizinische Hilfsfonds der Stadt Wien bestehe seit 1993, sagte KAV-Direktor Eugen Hauke. Bis zum Jahr 2001 sei 363 Patienten eine medizinische Versorgung ermöglicht worden. Jährlich stünden 726.000 Euro als Budget zur Verfügung. Die Mittel sind für ausländischen Patienten gedacht, die in ihrer Heimat keine notwendige Behandlung bekommen. In der Anfangszeit habe es sich dabei vor allem um Opfer der Tschernobyl-Katastrophe aus Russland und der Ukraine gehandelt. Heuer würden die Behandlungen von insgesamt 42 Patienten bezahlt, so Hauke.

17.7.2002 13:08