Donnerstag, 11. Juli 2002

Junge Erste-Aktien zu 69,70 Euro - Erlös 642 Mill.Euro

  • Emissionsvolumen zweifach überzeichnet

Ab Dienstag kommender Woche (16. Juli 2002) notieren die Jungaktien aus der bisher größten Kapitalerhöhung eines börsenotierten Konzerns in der bisherigen Wiener Börsegeschichte. Die neuen Stammaktien der Erste Bank aus der laufenden 18-prozentigen Kapitalerhöhung kosten 69,70 Euro pro Stück. Den vorwiegend zur Finanzierung der Ost-Expansion genutzten Erlös aus der Aufstockung des Grundkapitals bezifferte Österreichs zweitgrößtes Geldinstitut am Donnerstag mit 642 Mill. Euro. Das Globalangebot war zweifach überzeichnet.

Emittiert wurden 9,21 Millionen neue Aktien. Am gestrigen Mittwochabend war das Bookbuilding abgeschlossen worden. Der Preis von 69,70 Euro pro Aktie entspricht im Vergleich zum Börseschlusskurs vom 10. Juli 2002 einem Disagio von 1,4 Prozent.

Der Bruttoerlös aus der Kapitalerhöhung von 641,94 Mill. Euro fließt hauptsächlich in den Erwerb weiterer Anteile an der tschechischen Großsparkasse Ceska Sporitelna (CS) von der AVS, was nach Worten von Erste-Finanzvorstand Reinhard Ortner "möglichst rasch" passieren wird. Ein kleinerer Teil wird für die Finanzierung der Übernahme der kroatischen Rijecka banka und deren nötige Rekapitalisierung verwendet. Der aktuelle weitere Börseschritt der Erste Bank ist eines der größten Aktienangebote einer europäischen Bank im heurigen Jahr.

Das Globalangebot wurde mehr als 3-fach gezeichnet, daher kam es bei der Zuteilung zu Kürzungen, teilte das Institut weiter mit. Davon ausgenommen seien jene Privataktionäre ("Frühzeichner"), die im Rahmen der bevorzugten Zuteilung bis Anfang Juli Aktien im Ausmaß von bis zu 200 Stück gezeichnet haben.

Im Zuge des Bezugsrechtsangebots wurden insgesamt 5,051.214 Aktien gezeichnet. Wie vorab angekündigt, hat die AVS (Anteilsverwaltungssparkasse), die größte Aktionärin der Erste Bank, nur zum Teil mitgezogen. In der Folge ist die Beteiligung der AVS an der Erste Bank von zuvor 40,3 auf rund 35,6 Prozent gesunken. Die Bundesländer-Sparkassen haben ihre Beteiligung von 8,1 auf 8,5 Prozent erhöht.

Insgesamt sei der Streubesitz der Erste Bank mit der Kapitalerhöhung "bedeutend" gestiegen, hob die Bank hervor. Jetzt befänden sich 58,8 Prozent der Aktien (gegenüber 53,2 Prozent davor) im Besitz von Aktionären, die weniger als 5 Prozent am (erhöhten) Grundkapital der Erste Bank halten.

11.7.2002 08:28