Montag, 8. Juli 2002

Rapid macht aus der Budget-Not eine Tugend

  • Sieben Mio. Euro und junge, heimische Spieler

Mit einem um 20 Prozent reduzierten Budget geht Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid Wien in die neue Saison. Bei der Saisonstart-Pressekonferenz im Ernst Happel-Stadion erklärte Vereinspräsident Rudolf Edlinger: "Wir haben mit sieben Millionen Euro ein restriktives Budget. Aber wir wollen aus der Not der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch eine Tugend machen und primär junge österreichische Spieler forcieren."

Dementsprechend waren die beiden Neuzugänge Steffen Hofmann (Bayern Amateure) und Florian Sturm (SW Bregenz) zwei Talente, auf kostenspielige Transfers wurde verzichtet. "Die Kaderplanung war nicht einfach, wir befinden uns in einer Phase der Budget-Konsolidierung. Wie das Beispiel FC Tirol gezeigt hat, kann man ein Risiko nur dann eingehen, wenn es auch kalkulierbar bleibt. Mit einer Ausnahme müssen alle Klubs massiv sparen. Aber wenn wir auf die junge österreichische Welle setzen, wird das auch dem Teamchef die Arbeit erleichtern", so Edlinger, der mit Blickrichtung Frank Stronach ergänzte: "Es wird auch Zeit in der Bundesliga heikle Themen anzusprechen, denn die Bundesliga wird von einer Persönlichkeit dominiert. Da wird man über die Vereinbarkeit sprechen müssen."

Kleiner Kader
Das Budget ohne UEFA-Cup-Einnahmen und ohne einer Kooperation mit einem Partner (UFA) - die Verhandlungen haben sich zerschlagen - führte auch zu einem relativ kleinen Kader, in dem auch die Amateure Levent Acar, Stefan Kulovits und Martin Rados aufgenommen wurden. "Aber die Transferzeit ist noch nicht aus, und auch unser unermüdliches Bestreben neue Sponsoren zu finden, ist noch nicht zu Ende", hofft der Rapid-Präsident noch auf neue Geld-Geber. Mit dem Radio-Privatsender 88,6 wurde jedenfalls eine neue Kooperation präsentiert.

Der Kapitän ist optimistisch
Kapitän Andreas Herzog fühlt sich nach der Vorbereitung "gut in Schuss. Wir wollen zeigen, dass wir eine kompakte Mannschaft haben. Mit einem Erfolgserlebnis und einem guten Start ist sicher viel möglich." Trainer Josef Hickersberger war froh, dass "nach den traurigen Vorstellungen in der Schweiz gegen den Sportklub (Anm.: 6:0) eine sehr ordentliche Leistung gezeigt wurde. Die Spieler haben sich die gute Stimmung zurückgeholt und auch die nötige Selbstsicherheit durch Tore."

8.7.2002 14:11